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Weitere Heimatgeschichtliche Meldungen aus Philippsburg

Diese Veranstaltungen und Ereignisse stehen nicht unbedingt im Zusammenhang mit dem Heimatverein Philippsburg e. V. oder dem Museumsbauverein Philippsburg e. V.
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Drittes Großbild-Wandgemäde fertig gestellt

Noch rechtzeitig vor dem Wintereinbruch konnte der Maler Julius Hudec das Motiv "K√∂nig Josef l. besucht 1702 und 1704 Philippsburg" fertig stellen. Die Hauswand an der Ecke Zeughausstr./Udenheimer Stra√üe stellte die Familie Hauck zur Verf√ľgung. Die Privatinitiative "Pro Philippsburg" unter der Leitung von Gaby Verhoeven-Jacobsen und die Sponsoren hatten sich f√ľr dieses Thema vor der Festhalle entschieden, um das k√∂nigliche Ereignis als Glanzpunkt zu Beginn des 18. Jahrhunderts darzustellen. Seinerzeit war der hohe Besuch mit dem "Landauer" angereist und wurde im Schloss wahrhaft f√ľrstlich empfangen. Von den Festungsw√§llen sch√∂ssen die Kanonen Salut und der K√∂nig erinnerte sich sp√§ter als deutscher Kaiser Josef l. noch gerne an seine Reisen an den Rhein. Den Kupferstich aus dem Jahre 1676 von Casper Bouffats, Antwerpen, konnte der K√ľnstler als Hintergrund f√ľr die Szene meisterhaft wiedergeben. Nat√ľrlich ist das Schloss wie damals √ľblich stark √ľberh√∂ht gezeichnet, trotzdem sind die damaligen Vorstellungen authentisch.

"Pro Philippsburg" plant noch weitere drei Wandmalereien, die im kommenden Fr√ľhjahr zur Ausf√ľhrung kommen. Die Privatinitiative, die s√§mtliche Kosten √ľber Spenden abwickelt, dankt daher auf das Herzlichste allen Sponsoren und Hausbesitzern. Ebenso gilt der Dank dem B√ľrgermeister Stefan Martus, dem Gemeinderat und allen ehrenamtlichen Helfern. Im Namen der Mitglieder der Initiative w√ľnscht die Vorsitzende Gaby Verhoeven-Jacobsen der gesamten Bev√∂lkerung ein gl√ľckliches und friedvolles neues Jahr.

 E. Zimmermann
 

Wissen und Sehen √ľber den Bruhrain vermehren

Thomas Adams Buch

"Streifz√ľge zwischen Karlsruhe und Heidelberg"


Adams Buch ist in neun gro√üe Kapitel mit jeweils verschiedenen Schwerpunkten gegliedert. Und er warnt: "Unvollst√§ndigkeit ausdr√ľcklich garantiert". Als Ausgew√§hltes aus Philippsburg sind das Senator-Burda-Haus und heutige Museum, das Manz-Denkmal "Pax Aeterna", die Goldw√§scherei, die Knaudenheim-Huttenheim- Rhein-Historie, Rheinsheim mit sch√∂nem Nachtfoto vom "Dom", aber ebenso das Kernkraftwerk in der Landschaft vertreten.

"Streifz√ľge" hei√üt es ja im Buchtitel. Und wer sich einstimmt, Vorbereitungen zum praktischen Erkunden trifft, wird in diesem immer noch handlichen 370-Seiten-Buch lesen. Es ist so spannend geschrieben, dass man irgendwo begonnen nur schwer wieder aufh√∂rt. Wer aber einen "Streifzug" vorbereitet, der freut sich √ľber eine weitere Qualit√§t des Bandes: Un√ľbersehbar im farbigen K√§stchen findet er exakte Angaben, ob das beschriebene Objekt frei zug√§nglich ist oder wann, bei wem und wo samt Telefon oder Mail Genaueres oder Anmeldung kostenlos oder gegen Obolus m√∂glich ist. Das erspart viel Zeit f√ľr kompli¬≠zierte Eigensuche.

                Bild: LH (statt Original)

v.l.n.r.: B√ľrgermeister Stefan Martus, Heimatvereinsvorsitzende Helga Steinel-Hofmann, Autor Thomas Adam, Bankvorstand Andreas Hoffmann

So schnell k√∂nnte man die n√∂tigen Links im Internet gar nicht alle aufrufen, wie sie einem Thomas Adam, Autor des neuen und erstmals vorgestellten Buches "Streifz√ľge zwischen Karlsruhe und Heidelberg" m√ľndlich aufbereitet in rasantem Sprechtempo pr√§sentierte. Doch dahinter steht sp√ľrbar eine unb√§ndige Konzentration, die sich auf die Zuh√∂rer im vollbesetzten Media-Raum der Volksbank Bruhrain-Kraich-Hardt in Philipps¬≠burg √ľbertrug. Ja, der volle Bankname ist hier wesentlich, erkl√§rte Autor Adam, der Bruchsaler Museumsleiter, bei der man¬≠chen verwundernden Wahl von Philippsburg als Erstpr√§sentationsort. Denn wie soll man diesen Landschaftsraum griffig bezeichnen, den das Buch zum Inhalt hat: "N√∂rdliche Oberrheinebene" etwa, von Karlsruhe mit Stutensee, Graben-Neudorf, Philippsburg, Wagh√§usel und weiteren Orten? Wohl kaum. Doch mit dem Begriff "Bruhrain" kommt man dem Inhaltlichen wie auch einer touristisch markanten Form n√§her - mit einigen Seiten-Spr√ľngen auch ins nahe Kraichgauer H√ľgelland oder √ľber den Rhein nach Germersheim oder Speyer. Und Philippsburg liegt ziemlich in der Mitte des gew√§hlten geografischen Bereiches. "Man sieht nur, was man wei√ü", f√ľhrt der Autor als Motto f√ľr seine Bucharbeit an. Es gibt, so zeigt er, noch so viel unentdeckte Landschaft in diesem spannenden Raum. Viele Einzel-Dokumentationen gibt es, √ľber den Raum im Ganzen aber nichts. So will Adam gerade hier Sehen und Wissen ver¬≠mehren, nicht zuletzt, um Thementouren durch diese Region anzuregen.

Als Hausherr und Namenstr√§ger von Bruhrain wie Hardt hatte Bankvorstand Andreas Hoffmann in seiner Begr√ľ√üung das kulturelle Engagement des Hauses betont und das gro√üe Echo begr√ľ√üt. Gleichzeitig dankte er nochmals Ekkehard Zimmermann f√ľr seine kulturhistorischen Aktivit√§ten in unz√§hligen Veranstaltungen bei der Volksbank. F√ľr die einladende Stadt Philippsburg dankte B√ľrgermeister Stefan Martus dem Bankhaus f√ľr den exzellenten Media-Raum zur Pr√§sentation im Rahmen erprobter guter Zusammenarbeit.

Er hoffe, das Buch werde dazu beitragen, die Identit√§t der Orte zu erhalten und aufbauend auf gemeinsamen Ber√ľhrungspunkten in der Vergangenheit heutigen Zusammenhalt zu f√∂rdern. Dorothee K√ľhnel vom Buchverlag G. Braun beschrieb, wie aus der geplanten bescheideneren Schrift ein veritables Handbuch geworden ist.
Es gebe bislang nichts Vergleichbares. Und "es gab nichts zu k√ľrzen". Die Philippsburger Heimatvereinsvorsitzende Helga Steinel-Hofmann kennt Thomas Adam lange √ľber gemeinsame Aktivit√§ten beim Natur- und Umweltschutz. Sie war es auch, die die Wahl Philippsburgs als Vorstellungsort detailliert erl√§uterte.

Der Heimatverein verdanke Adam viele Anregungen. Die Musik-und Kunstschule Philippsburg umrahmte den Abend musikalisch mit ihrem Leiter Matthias Hutter und den Saxophonistinnen Lydia Hildebrand und Carolin Brand. S√§mtliche mitgebrachten Buchexemplare am B√ľchertisch der Buchhandlung "Leselust und Gaumenfreuden" waren ausverkauft. Das Buch ist aber im Ladengesch√§ft weiter vorr√§tig.

Reeb, Stadtanzeiger 23.10.2008

                                       Bild: LH

Die Geschichte der Missouri-Fiesers

- Teil 1 -

Wilhelm und Anna Theodora Fieser

Wilhelm Fieser wurde am 19. November 1853 als Sohn von Simon und Mary Josephine Fieser geb'. Odenwald in Philipps¬≠burg, einer Stadt in Baden, Deutschland, geboren. Er wurde in Philippsburg, in der katholischen Kirche St. Maria, am 27. November 1853 von Pfarrer Joseph Krolls getauft. Sein Tauf¬≠pate war Pfarrer Joseph Odenwald, Zeugen waren Eduard Jo¬≠seph Liehen, Stadtrat, und Nikolaus Odenwald. Wenig ist √ľber Wilhelm in seinen jungen Jahren bekannt. Zu jener Zeit herrsch¬≠ten in Deutschland Unruhen, hervorgerufen durch Landbarone oder Herz√∂ge, die untereinander Kleinkriege ausfochten. Da er nicht in diese Konflikte verwickelt werden wollte, beschloss Wil¬≠helm nach Amerika zu gehen. Bevor er Deutschland verlassen konnte, musste er nachweisen, dass er Milit√§rdienst abgeleistet hatte, oder er musste Aufschub erlangen. Seine sp√§tere Frau, Anna Theodora Seiler (ebenfalls aus Philippsburg), erwirkte den Aufschub durch den Stadtstallmeister und machte den Weg f√ľr die Abreise in die Vereinigten Staaten frei. Am 20. Oktober 1875 fuhr Wilhelm, jetzt 21 Jahre alt, in die Stadt Bremerhaven, Deutschland.

Wilhelm Fieser

An diesem Tag ging er an Bord des Schiffes "S.S. Braunschweig". Seine Reise f√ľhrte ihn in die Nordsee, wo der Wind st√ľrmisch blies und das Wetter kalt und nass werden lie√ü. Am 22. passierten sie die englische K√ľste und kamen um 3.00 Uhr morgens in South Hampton an. Hier nahm das Schiff Ladung und zus√§tzli¬≠che Passagiere auf. Sie leg¬≠ten bei besserem Wetter ab, das zehn Tage anhielt. Dann liefen sie in einen un¬≠geheuren Sturm in der N√§he der Eisberge Neufundlands, wo das Wetter schrecklich kalt war. Wilhelm schrieb in einem Brief an seine sp√§tere Frau von 1875, dass er zwei Tage lang seekrank war. W√§hrend des ersten Teils der Reise spielte die Musik, man sang und tanzte, aber das h√∂rte alles auf, als alle seekrank wurden. Am 5. De¬≠zember sichteten sie die K√ľste Kanadas und warfen im Gold nahe Kap Henri An¬≠ker, wo einige der Passagiere von Bord gingen. Am n√§chsten Tag kam ihr Schiff morgens um drei Uhr im Hafen von Balti¬≠more, Maryland, an. Sie durften das Schiff verlassen und unter¬≠zogen sich den Einwanderungsformalit√§ten. Er machte einen Freund ausfindig, der damals in Baltimore lebte und Wilhelm die Stadt zeigte. Wilhelm war erstaunt angesichts der gro√üen Zahl offener L√§den, die am sp√§ten Samstagabend noch ge√∂ffnet hatten.

Wilhelm hatte auch noch die Adresse von Herrn Fladung, des¬≠sen Bruder in Philippsburg wohnte. Er nahm Wilhelm auf und gab ihm Arbeit in einer M√∂belfabrik. Herr Fladung hatte mit Philippsburg lange keinen Kontakt mehr gehabt und freute sich, dass Wilhelm ihn mit Neuigkeiten aus seiner. Heimatstadt f√ľttern konnte. Das M√∂belgesch√§ft lief so schlecht, dass Wilhelm nach Joliet, Illinois, zog, wo seine Schwestern Emma Lambert und Caroline Bl√ľmel wohnten. Er bekam Arbeit bei der Pullmann Company, wo er beim Bau von Eisenbahnwaggons Schreinerarbeiten verrichtete. W√§hrend der n√§chsten paar Jahre pen¬≠delte er zwischen Joliet und Chicago, Illinois und Baltimore, Maryland. Es ist festgehalten, dass Wilhelm kurz nach seiner Ankunft in diesem Land seinen Vornamen in amerikanisch "Wil¬≠liam" √§nderte. Hier wird "Wilhelm" verwendet, um eine Ver¬≠wechslung zu vermeiden.

Anna Theodora Seiler wurde am 15. April 1856, abends 11.00 Uhr, als Tochter von Siegfried Franz Seiler und Katherina geb. Breitenberger, in Philippsburg, einer Stadt in Baden, Deutsch¬≠land, geboren. Sie wurde in derselben Kirche wie Wilhelm von Pfarrer Hesse getauft. Ihre Paten waren Anna und Josef Brei¬≠tenberger und Nikolaus Rothenweil. Die Breitenbergers waren Annas Tante und Onkel m√ľtterlicherseits.

In seinem Brief an Anna schilderte Wilhelm die Vereinigten Staaten von Amerika als das verhei√üende Land und √ľberzeugte sie, hierher zu kommen und ihn zu heiraten. Es ist nicht bekannt, ob Anna und Wilhelm in Deutschland oder Amerika heirateten. Ort, Datum und Zeit der Hochzeit sind derzeit unbekannt.
 

Nach ihrer Verheiratung lebten sie weiterhin in Joliet und Chicago. Ihr erstes Kind, ein Sohn, Joseph W. Fieser, wurde am 19. September 1879 geboren und starb 18 Monate sp√§ter. Ein zweiterSohn, Karl Fieser, wurde am 21. September 1880 geboren unbd starb 6 Monate sp√§ter. Die Todesursache ist auf den auf Mikrofilm aufgenommenen Sterbeurkunden unleserlich. Sie wurden beideauf dem St. Bonifatius-Friedhof, Lawrence Avenue 1500, in Chicago, Illinois, beerdigt. Die Gr√§berwurden eingeebnet und neue dar√ľber angelegt. Anna wurde wieder schwanger, aber wahrscheinlichwar sie voller Angst, noch ein Kind in Amerika zu verlieren. Niedergeschlagen und voller Heimwehkehrte sie nach Deutschland zur√ľck. Dort blieb sie bis nach der Geburt des dritten Sohnes, Joseph William Fieser, am 5. Mai 1882. (Er wurde an 22. Januar 1903, drei Monate vor seinem 21. Geburtstag, in den Vereinigten Staaten von einem Zug get√∂tet.)
Der Ort,an dem das Zugungl√ľck geschah, mu√ü noch √ľberpr√ľft werden. Mit Ermunterung ihrer Mutter kehrte Anna nach Joes Geburt nach Amerika zur√ľck. Wilhelm lebte damals in Chicago, Illinois.
Ein weiterer Sohn, William, wurde am 29. Juli 1883 geboren, während sie in Chicago, Illinois,wohnten. Er erreichte das Alter vön 90.
Wilhelms Gesundheit ließ nach, in erster Linie verursacht durch den Staub, dem er bei seiner Tätigkeit als Schreiner ausgesetzt war (er arbeitete in einem geschlossenen Raum, was sein Atmungssystern beeinträchtigte). Der Arzt empfahl ihm eine Beschäftigung im Freien, wo die Luft sauber sei.
Wilhelm erfuhr von einem Rechtsanwalt (Name unbekannt), da√ü im S√ľdosten Missouris Land vorhanden war, auf dem es Wei√ükiefern im √úberflu√ü gab und das zu einem vern√ľnftigen Preis zu haben war. Wilhelm erwog, eine S√§gem√ľhle zu er√∂ffhen. Er und Anna beschlossen, dort ihr neues Zuhause einzurichten. Sie kauften am 11. Dezember 1883 320 acres zu 1200 $. (1 acre 40.468ar), 20 Meilen s√ľd√∂stlich von Salem, Missouri, au√üerhalb des Kleinst√§dtchens Greeley, im Reynolds County. Eine S√§gem√ľhle wurde mit √∂rtlicher Hilfe errichtet und betrieben, bis die Buben alt genug waren, sie zu √ľbernehmen. Die Familie wuchs weiter, um 7 weitere S√∂hne und eine Tochter, n√§rnlich: (Foto von 1903)

Hintere Reihe, von links nach rechts: Charles, Williarn, Mary, Tony, Kusin William Bluemel (Sohn

von Wilhelms Schwester).

Vordere Reihe, von links nach rechts: Frank, Edward, Vater Williarn, Mutter Anna, Louis, Lawren-

ce.

Leo steht vorn, er hält ein Bild seines verstorbenen Bruders Joseph.


 

Charles, geboren am 12. November 1884, starb am 29. November 1977 (93).
Anthony, geboren am 15. Februar 1888, starb am 16. Mai 1961 (73).
Mary, geboren am 23. Februar 1890, starb am 24. Juli 1976 (86).
Lawience, geboien am 26 Februar 1892, starb am 21 Februar 1979 (87)
Edward, geboren am 11. November 1894, starb am 24. Dezember 1978 (84).
Frank, geboren am 26. Oktoberl896, starb am 2. April1976 (79).
Louis, geboren am 27. Dezember 1897, starb am 24. Februar 1980 (82).
Leo, geboren am 6. Juli1900, starb am 7. August 1986 (86).
Ausschlie√ülich der beiden Erstgeborenen, war das Durchschnittsalter 78. Der √Ąlteste war Charlie,93
.
 

Die Geschichte der Missouri-Fiesers

- Teil 3 -

Die zu jener Zeit einzig m√∂gliche Schulbildung war der Unter¬≠richt ihrer Mutter aus der Bibel und Katechismus, die in Deutsch geschrieben waren. So konnten die Kinder Deutsch vor Eng¬≠lisch sprechen. Die erste Schule in dieser Gegend war im Fie-ser-Haus. Eine Lehrerin namens Stella Walker unterrichtete dort mehrere Monate lang. Auch mehrere Nachbarn schickten ihre Kinder, aber als immer mehr Kinder kamen, brauchte man ein Schulhaus. Eines wurde gegen√ľber dem Fieser-Haus gebaut. Die McMurty-Schule wurde nach dem nahe gelegenen Fl√ľss¬≠chen benannt, welches in die Westgabel des Black River m√ľndet. Die j√ľngeren Kinder blieben l√§nger in der Schule als die √§lteren, die in der S√§gerei arbeiten und Feldarbeit verrichten mussten. Als mehr Geld vorhanden war, wurden Vollzeitlehrer angestellt, deren einer Herbert Howell war. Es gab nicht viel Unterhaltung f√ľr die Kinder im abgelegenen Waldgebiet, daher besch√§ftigten sie sich mit dem, was sie hatten; sie machten Spielzeug aus Holz oder alten Maschinenteilen, spielten Stock¬≠spiele und machten sich ihre eigenen Holzschlitten. Anna, die mit einer ungew√∂hnlich feinen Singstimme begabt war, pflegte deutsche Lieder zu singen und die Kinder stimmten ein. Mit der Zeit erwarben sie verschiedene Musikinstrumente, und die Buben brachten sich das Spielen selbst bei. Sie sparten Geld zusammen, kauften sich Uniformen und bildeten die "Fieser-Kapelle". Die Buben suchten h√§ufig nicht-katholische Kirchen auf, in denen sie spielten und sangen.

Einmal hatte ein √§lterer Junge (wer, ist unbekannt) ein Seil um eine Kiste gebunden, in der seine Schwester Mary sa√ü, und zog sie √ľber den Hof. Zuerst lachte Mary und war vergn√ľgt, dann schlug die Stimmung um, und sie fing an zu weinen. Ihr Bruder, √ľber den Stimmungsumschwung erschrocken, rief ihre Mutter herbei. Man stellte fest, dass w√§hrend Mary herumgezo¬≠gen worden war, der Kistenboden abgewetzt und durchl√∂chert worden war, so dass Marys Hintern auf dem Boden schleifte. Wilhelm duldete bei der Arbeit der Kinder keine Nachl√§ssigkeit, denn er war ein strenger und unnachgiebiger Zuchtmeister. Bei einem Unfall w√§hrend des Baumf√§llens, st√ľrzte ein Baum nach hinten und brach Wilhelms Bein. Die Buben brachten ihn in einem Holzwagen nach Hause, wo Anna das Bein einrichtete. Nach dem Unfall hinkte er beim Gehen leicht. Man glaubt, dass Wilhelm aufgrund der Schmerzen und des Unfalltraumas mil¬≠der wurde. Von Ken Fieser √úbersetzung: Ida Weick
 

Die Geschichte der Missouri-Fiesers

- Teil 4 -

Die Familie Fieser hatte immer Maultiere, Pferde, Schweine, H√ľhner und Schafe. Die Schafe wurden geschoren, die Wolle gek√§mmt und gesponnen. Sp√§ter wurde die Wolle zum K√§m¬≠men nach Salem, Missouri, geschickt, was Anna eine Menge Zeit sparte. Anna spann die Wolle, zwirnte sie und f√§rbte sie in verschiedenen Farben. Dann pflegte sie M√ľtzen, Pullover und Socken zu machen, was nicht lange dauerte. Man erz√§hlte sich, dass Anna beim Stricken ihren Kindern aus der Zeitung verlas, und nur dann auf ihr Werk herunterschaute, wenn sie das Farb¬≠muster √ľberpr√ľfen wollte. Beim Stopfen pflegte sie eine Holz¬≠kugel im Socken zu verwenden.

Die Fiesers zogen mehr Schweine als Rinder auf, deshalb ent¬≠hielt ihr Essen meist Schweinefleisch. Es wurde √ľberwiegend Maisbrot gegessen, manchmal dreimal am Tag. Sie a√üen auch Mengen von Bohnen, Gem√ľse, wei√üen R√ľben und hatten im¬≠mer ein gro√ües Fass Sauerkraut. Anne backte viel: Brot, Ku¬≠chen, Pl√§tzchen und Obstkuchen. Ihr Lieblingsgetr√§nk war Ap¬≠felmost, den sie s√ľ√üten, wenn er s√§uerlich war. Wurde er sauer, wurde er als Essig verwendet.

Weihnachten war eine sehr aufregende Zeit. Die Kinder f√§delten Popcorn auf, um den Baum zu schm√ľcken. Der Baum wurde auch mit Kerzen dekoriert, aber aufgrund der Brandgefahr wur¬≠den sie nur kurz angez√ľndet, w√§hrend Weihnachtslieder gesun¬≠gen wurden. Die √§lteren Buben fanden gew√∂hnlich eine Ent¬≠schuldigung, um in die Scheune zu gehen und Dinge zu finden, mit denen sie schreckliche Ger√§usche machten, wie eine Kette, die √ľber die Veranda gezogen wurde, zum Zeichen daf√ľr, dass "Kris Kringle" (ich vermute: Christkind) mit einem Sack voller Geschenke kam. Weihnachten wurde zu etwas Besonderem durch Pl√§tzchen und hausgemachten S√ľ√üigkeiten. Anna war um die Gesundheit und das Wohlergehen ihrer Fami¬≠lie sehr besorgt, und das str√∂mte auch auf ihre Nachbarn √ľber und bezog sie ein. Dies brachte ihr den Spitznamen "Engel der Ozarks" ein. Wenn jemand krank oder verletzt war, oder ein Baby bekam, wandte man sich um Hilfe an sie. Bei der Behand¬≠lung von Fieber, Infektionen und anderen Leiden wandte sie die Wasserheilmethode an. Dabei wird hei√ües und kaltes Wasser abwechselnd verwendet. Bei Kr√∂pfen kochte sie einen Eichen¬≠rindenabsud, durchtr√§nkte ein Handtuch damit und legte es auf den Kr√∂pf. Gegen H√§morrhoiden wandte sie Sitzb√§der an, eine Behandlung, die noch heute angewandt wird. Anna f√ľngierte bei vielen Geburten als Hebamme und stand ihrer eigenen Tochter Mary bei der Entbindung von Annas Enkel George Bor-chers am 9. Februar 1918 bei. Seinerzeit war Mary von Clarks-ville, Arkansas, unterwegs zu ihrem neuen Zuhause in Wis-consin.

Von 1915 bis 1918 lie√ü das S√§gegesch√§ft der Fiesers auf ver¬≠schiedenen Gr√ľnden nach. Gr√ľnde waren die Konkurrenz, die Nichtbezahlung durch ihre Kunden, Wilhelm wurde √§lter (√ľber 60), und die meisten ihrer S√∂hne waren weggezogen. Wilhelm und Anna beschlossen, sich nach einem neuen Zuhause umzu¬≠sehen. Wegen Annas unaufh√∂rlichem, tief verwurzeltem Glau¬≠ben wollte sie in die N√§he einer katholischen Kirche ziehen. Wilhelm suchte ein leichteres Leben. Sie lasen von einem Pries¬≠ter, Hochw√ľrden Tessler, im s√ľd√∂stlichen Teil von Missouri, Maiden und Wilhelmina. Die Fiesers w√§hlten Wilhelmina aus, da es die neueste Siedlung war und eine eigene Kirche hatte. Am 4. Oktober 1918 kaufte Wilhelm 80 acres f√ľr 3.000 $, 1.500 $ in bar und 1.500 $ in Steuermarken, von Louise Labbe, der Witwe von Anton Labbe. Wilhelm und Anna zogen mit einigen ihrer S√∂hne nach Wilhelmina, kurz darauf gefolgt von anderen S√∂hnen, Lawrence, Louis und Tony, die in Bunker, Missouri, lebten. Charlie kam aus New Hamburg, Missouri. Edward ging nach seiner Entlassung f√ľr kurze Zeit nach Wilhelmina, sp√§ter schloss er sich dem Jesuitenorden an und trat in das St.-Stanis-laus-Seminar in Florrisant, Missouri, am 10. September 1920 ein. Leo verlie√ü Wilhelm und trat am 23. Juli 1921 in denselben Jesuitenorden ein. Louis, Frank und Tony zogen nach St. Louis, Missouri, und lie√üen Lawrence, Bill und Charlie zur√ľck, die in Wilhelmina lebten.

Von Ken Fieser

√úbersetzung: Ida Weick

mit freundlicher Genehmigung von Siegmar Fieser

Fortsetzung folgt!

Die Geschichte der Missouri-Fiesers

- Teil 5 -

W√§hrend der Zwanziger-, Drei√üiger- und Vierziger Jahre waren die Zeiten in Wilhelmina gut. Es war eine ansehnliche Gemeinde mit meist religi√∂sen Leuten. Es gab eine Menge religi√∂ser Dienste. Sie betreuten die Kreuzwegstationen, sangen im Chor mit den Schwestern und sp√§ter mit Cecilia (Ordensschwester) Fieser, als sie Organistin wurde. Es gab Veranstaltungen mit Abendessen, Kaffee und Kuchen, Tanz und ehrbare Vergn√ľ¬≠gungen f√ľr jung und alt. Zuerst gab es nur unbefestigte Stra√üen. Es gab auch keinen Strom, kein Gas, kein Telefon und kein Radio. Holz wurde zum Heizen und Kochen verwendet. Schlie√ülich taten sich die M√§nner zusammen, um eine Telefon¬≠leitung nach Campbell, Missouri, zu bauen. Die Stra√üe nach Campbell wurde gekiest und schlie√ülich asphaltiert. Nach und nach wurde die Elektrizit√§t eingef√ľhrt. Anna stellte viele Male fest, dass die Jahre in Wilhelmina die gl√ľcklichsten ihres Le¬≠bens waren.

 

Anna, m√ľtterlich, freundlich, sehr religi√∂s, Natur√§rztin, wurde von all ihren Kindern und Schwiegert√∂chtern sehr geliebt und hoch geehrt. Obwohl sie durch eine arthritische Schulter behin¬≠dert war, arbeitete sie schwer und war bis zu ihrem Tod an Lungenfl√ľgelentz√ľndung im Alter von 76 Jahren am 20. Januar 1933 um 8.30 Uhr, adrett und sauber.

Wilhelm Fieser, ein ziemlich kleiner Mann, der dichtes schwar¬≠zes Haar hatte und nicht kahl wurde, hatte tiefliegende Augen, ein schmales Kinn, trug sp√§ter einen Vollbart, Schreiner von Beruf, streng, Zuchtmeister, konnte tagelang schmollen. Auch er war religi√∂s, arbeitete hart und war ein flexibler Unternehmer. Wilhelm starb am 19. April 1937, 8.00 Uhr, im Alter von 83 Jahren an chronischer Myokarditis (Herzmuskelentz√ľndung). Beide sind auf dem Heilig-Herz-Friedhof in Wilhelmina, Mis¬≠souri, beerdigt. Von Ken Fieser √úbersetzung: Ida Weick mit freundlicher Genehmigung von Siegmar Fieser

Architektenauftrag f√ľr Planung Heimatmuseum

Der Gemeinderat hat vorbehaltlich des Abschlusses einer Nutzungsvereinbarung zwischen der Stadt Philippsburg und dem Heimatverein einstimmig das Philippsburger Architekturb√ľro Seyfarth mit der Planung f√ľr das Heimatmuseum beauftragt. Stadt und Verein m√ľssen sich demnach zuvor noch definitiv √ľber ein Nutzungskonzept absprechen. Der Gemeinderat stimmte au√üerdem ebenso einhellig der Umnutzung der Scheune des entsprechenden Anwesens in der Kronenwerkstra√üe 1 als nicht gewerbliche Werkstatt zu. Der Architektenvertrag ist Voraussetzung daf√ľr, dass die gegen√ľber dem Regierungspr√§sidium als F√∂rderstelle vorgestellten geplanten Aktivit√§ten wie eine "Denkmalklinik" angegangen werden k√∂nnen. Danach sollen dort Projekte mit Jugendlichen und jungen Arbeitslosen durchgef√ľhrt werden. Dabei geht es um die Restaurierung von Museumsst√ľcken unter fachlicher Anleitung. Diese Nutzung ist weder gewerblich noch st√∂rend f√ľr die Nachbarschaft. Sie soll auch lediglich zeitweise erfolgen. Der Heimatverein hat in seinen Sammlungen unter anderem bedeutende auf Hieronymus Nopp zur√ľckgehende Best√§nde.

Stadtanzeiger 05.06.2008, Reeb

Philippsburgs bleibender Dank an seinen Ehrenb√ľrger Franz Burda

Festtag am Philippusbrunnen mit gro√üer B√ľrgerbeteiligung

"Ein Tag des Gl√ľcks und der Zufriedenheit" sei dieser Tag in Philippsburg gewesen und bleibe ihm unvergessen. So bedankte sich inzwischen Kurt Neusch√ľtz als Ehrengast aus dem Hause Burda nach seiner Teilnahme am Festakt der Stadt am Wochenende beim Philippusbrunnen-Fest. Stadt und B√ľrger gedachten hierbei des 50. Jahrestages der Verleihung der Ehrenb√ľrgerw√ľrde 1958 an den ber√ľhmten Sohn der Stadt, Senator Dr. Franz Burda, und die Einweihung des von ihm gestifteten Philippusbrunnens auf dem lle-de-Re-Platz. Bei strahlendem Fr√ľhlingswetter hatte B√ľrgermeister Stefan Martus in Anwesenheit von Neusch√ľtz und zahlreichen weiteren Ehreng√§sten den offiziellen Festakt vor der Kulisse einer zahlreich erschienenen B√ľrgerschaft er√∂ffnet. Er erinnerte daran, wie Neusch√ľtz, jahrzehntelang engster Mitarbeiter des Senators und Ehrenb√ľrgers, oft mit ihm zusammen in dessen Heimatstadt Philippsburg wieder zu Besuch weilte und alte Beziehungen pflegte. "In Dankbarkeit erinnern wir uns an Franz Burda", so der B√ľrgermeister. Hier hatte Burda die Volksschule besucht, sp√§ter Volkswirtschaft studiert, wurde Meister im Schriftsetzer- und Druckerhandwerk und promovierte schlie√ülich an der Universit√§t Erlangen. Mit 26 Jahren hatte er 1929 nach dem Tod des Vaters die Leitung von Verlag und Druckerei √ľbernommen, 20 Jahre sp√§ter gebot er √ľber ein Verlagsimperium mit √ľber 4 000 Mitarbeitern. Der Name Burda war zu einem europ√§ischen Begriff geworden. Heute ist die "Hubert Burda Media Holding" mit rund 7000 Mitarbeitern einer der gr√∂√üten Verlags- und Medienkonzerne Deutschlands. Der Philippsburger Ehrenb√ľrger Dr. Franz Burda war sich bei allen Erfolgen als Mensch immer treu geblieben. Aus seiner Herkunft aus der kleinen Stadt Philippsburg hat er nie einen Hehl gemacht und seine Liebe und Verbundenheit zu ihr in vielen Besuchen und auch Stiftungen unter Beweis gestellt. B√ľrgermeister Martus erw√§hnte die "Senator-Burda-Anlage" ebenso wie das dortige Trommler-Denkmal. 1958 stiftete Franz Burda den Philippusbrunnen, nachdem er am Vorabend der Brunnenweihe in der Festhalle Philippsburg zum Ehrenb√ľrger der Stadt ernannt worden war. Dr. Peter Hobbing, Sohn des Bildhauers Edzard Hobbing, der den Philippusbrunnen damals k√ľnstlerisch gestaltet hatte, geh√∂rte jetzt ebenfalls zu den Ehreng√§sten. Dieser Tag des Festakts war √ľbrigens zugleich der Gedenktag des heiligen Philippus, der oben auf der Brunnens√§ule in Stein gemei√üelt zu sehen ist. Im unteren Teil der S√§ule befindet sich beim Philippsburger Wappen auch ein Portr√§t des Ehrenb√ľrgers Burda.

Zur Geschichte des Brunnens fanden die Festg√§ste im gegen√ľberliegenden Grundbuchamt eine Dokumentation mit detaillierten Beschreibungen durch Geza Milvich vom Heimatgeschichtlichen Arbeitskreis Club Rheingraf von Salm. Bei sp√§terer Renovierung der farblichen Brunnenbildgestaltung hatten insbesondere Kunsterzieher Helmut Neumann und Malermeister Adalbert Mernyak mitgewirkt, dessen Witwe jetzt gleichfalls zu den Ehreng√§sten geh√∂rte. Der Brunnen als Philippsburger Schmuckst√ľck hat seitdem seinen festen Platz im st√§dtischen Erscheinungsbild.

B√ľrgermeister Martus verwies auch auf die besondere √Ėffnung des Festungs- und Waffengeschichtlichen Museums im nahen Burda-Haus, wo unter anderem eine B√ľste des Ehrenb√ľrgers zu sehen ist. Sein Dank galt hier Ekkehard Zimmermann, Dieter Haas und Heinz Klingheimer, die sich um Museumsg√§ste bem√ľhten.

Die Besucher wurden w√§hrend des Festakts und danach im Gro√üzelt und auf den Bankreihen im Freien mit einem umfangreichen musikalischen Programm unterhalten. Hierf√ľr dankte B√ľrgermeister Martus ausdr√ľcklich der r√ľhrigen Vorsitzenden der Privatinitiative "Pro Philippsburg", Stadtr√§tin Gaby Verhoe-ven-Jacobsen, und der Vorsitzenden der Leistungsgemeinschaft der Selbst√§ndigen, Luitgard Wenz. Nach dem Saxophon-Quartett der Musik- und Kunstschule erhielt das von Frau Verhoeven-Jacobsen moderierte Programm besonderen Glanz durch die vom Publikum mit gro√üer Begeisterung aufgenommenen Auftritte des Mainzer Hofs√§ngers Stefan Zier, am Fl√ľgel begleitet von Pianist Bernd Camin. Auch die Badner Schalmeien unter ihrem musikalischen Leiter Bj√∂rn Bodmer erfreuten das Festpublikurn.

Zu den G√§sten z√§hlten auch Landtagsabgeordneter Walter Heiler, B√ľrgermeister von Wagh√§usel, Philippsburgs B√ľrgermeister a. D. Fritz D√ľrrschnabel, die Beigeordneten Gert M√ľller (Germersheim) und Dieter Day (Philippsburg ), Ortsvorsteher Alfred Gockel (Rheinsheim), Stadt- und Ortschaftsr√§te, die evangelische Pfarrerin Renee Scholle und der katholische Pfarrer Thomas Maier, Schul- und Polizeirevierleiter und zahlreiche weitere Vertreter des √∂ffentlichen Lebens wie auch der Vereine. "Pro Philippsburg" und die Leistungsgemeinschaft der Philippsburger Selbst√§ndigen waren mit vielen freiwilligen Helfern vertreten. Das Restaurant "L√∂wenbr√§u" sorgte am Abend f√ľr die Versorgung der G√§ste mit vorz√ľglichem Essen. Die G√§rtnerei K√ľhn unterst√ľtzte die Stadt mit Blumenschmuck. Der Ehrengast und Weggef√§hrte des Ehrenb√ľrgers Franz Burda, Kurt Neusch√ľtz aus Offenburg, sagte sp√§ter, "Dieser Tag in Philippsburg bleibt mir unvergessen. Ich habe mich hier sehr wohl gef√ľhlt." Er werde Verleger Hubert Burda von seinem Besuch in der Geburtsstadt von dessen Vater berichten.

Stadtanzeiger 08.05.2008, Reeb

Philippsburger Geschichte auf einen Blick

√úbergabe des ersten Flyers zum Altstadtrundgang an B√ľrgermeister Martus

 

Auf den Tag genau vor sechs Monaten hat Philippsburg den Altstadtrundgang offiziell er√∂ffnet. Jetzt wurde von der Sparkasse Karlsruhe ein exzellenter Flyer zum Rundgang von Direktor Manfred Blum an B√ľrgermeister Stefan Martus √ľbergeben. Im voll besetzten Sparkassenfoyer bedankte sich Martus auch im Namen des Gemeinderates f√ľr "das gro√üartige Sponsoring" und beschrieb, wie damit ein von ihm gehegter Wunsch in Erf√ľllung gehe, Besuchern einen solchen Wegweiser an die Hand geben zu k√∂nnen.
Mit den Mitteln der Stadt sei das nicht m√∂glich gewesen. Man habe in Philippsburg erkannt, dass die St√§rkung des Wirtschaftsstandortes auch mit Tourismus zu tun habe. Ein erster gro√üer Schritt in diese Richtung sei mit dem ausgeschilderten Altstadtrundgang gelungen. Jetzt hoffe man, dass vermehrt Menschen per Rad, Auto oder Bahn den Weg nach Philippsburg finden w√ľrden.

v.l.n.r.: Sparkassendirektor Manfred Blum, B√ľrgermeister Stefan Martus,
Pfarrer Thomas Maier, Pfarrer i.R. Hans
Off,Ekkehard Zimmermann, der die Flyer-Texte schrieb
 

Damit sei man dann den eigenen W√ľnschen und Zielen in einem wichtigen Schritt n√§her gekommen. Martus begr√ľ√üte ganz besonders eine gro√üe Anzahl von Fremden- und Stadtf√ľhrern aus Speyer, Germersheim, Schwetzingen, Bruchsal und Heidelberg, die als fachinteressierte G√§ste nach Philippsburg gekommen waren. Wenn von gro√üen historischen St√§dten der Kurpfalz wie Speyer, Schwetzingen und Worms die Rede sei, d√ľrfe Philippsburg dabei nicht vergessen werden. "Das Einzige, was uns von diesen St√§dten unterscheidet, ist, dass wir aufgrund der Schleifung der Festung keine steinernen Zeugen mehr in Philippsburg aufweisen k√∂nnen", so Martus.

Die Stadtf√ľhrer wurden nach der Pr√§sentation vom Philippsburger Beigeordneten Dieter Day und Heimatfreund Rudolf Rau zu einem Rundgang entlang der Pylonen begleitet. Zu den G√§sten der Pr√§sentation geh√∂rten der Historie entsprechend auch der Milit√§rhistoriker Oberstleutnant a.D. Dr. Waldis Greiselis, wie Bundeswehrgeneral Manfred Hofmeyer, beide fr√ľhere Kommandeure in der Philippsburger Salm-Kaserne. Der Rathauschef dankte auch dem Ehepaar Torzewski vom Unternehmen Logikum als den "richtigen Leuten" f√ľr die Herstellung der informativen Pylonen f√ľr den Altstadtrundgang und des Flyers. Sie h√§tten "ihr gro√ües K√∂nnen dabei unter Beweis gestellt".

 

Als eine der "tragenden S√§ulen" im ganzen Geschehen nannte Martus Ekkehard Zimmermann, der die Stadt beim Altstadtrundgang unterst√ľtzt und s√§mtliche Texte f√ľr den Flyer geliefert hat. Martus berichtete auch, die Stadt habe immerhin aufgrund des Modellvorhabens "Festungs- und Barockstadt Philippsburg" f√ľr den Altstadtrundgang einen Zuschuss von 33 000 Euro nach dem Bund-L√§nder-Programm ,SSP' erhalten. Sparkassendirektor Blum hatte in seiner Ansprache betont, die Pflege und F√∂rderung der Geschichte und Kultur von Philippsburg sei f√ľr sein Institut in gleicher Weise Herzensangelegenheit und gesellschaftliche Verantwortung. Das Heimatbewusstsein wolle man f√∂rdern. Als "Essenz des Altstadtrundgangs" biete der Flyer Informationen zur Geschichte Philippsburgs in komprimierter Form im Taschenformat. Ekkehard Zimmermann erkl√§rte in seiner historischen Einf√ľhrung zum Altstadtrundgang, bei dessen Konzeption sei es darauf angekommen, das heute noch Sichtbare anschaulich zu zeigen und entsprechend zu kommentieren. Die Dokumentation der 17 Stationen und Objekte versuche daher, die Sehensw√ľrdigkeiten immer in den gr√∂√üeren Zusammenhang einzuordnen. Dabei w√ľrden die drei Schwerpunkte transparent: das Mittelalter von der ersten urkundlichen Erw√§hnung 784 bis zur Stadterhebung 1338 und Ernennung zur f√ľrstbisch√∂flichen Residenz, der Festungsbau durch Philipp von S√∂tern und seine Folgen im Drei√üigj√§hrigen Krieg bis zum Ende von Stadt und Festung durch Revolutionsheere und Napoleon 1799/1800 und schlie√ülich der Wiederaufbau unter schwierigsten Umst√§nden bis zur Situation in der heutigen Zeit. Dem B√ľrgermeister, so Zimmermann, und dem Stadtrat sei weiter eine gl√ľckliche Hand zu w√ľnschen, um durch gezielte Marketing-Ma√ünahmen Ansehen und Attraktivit√§t der Stadt zu mehren

Stadtanzeiger 30.04.2008, Reeb

 

 

 

Lehrer und Sch√ľler der Musik- und Kunstschule Philippsburg unter Mitwirkung ihres Leiters Matthias Hutter sorgten mit aus¬≠gew√§hlter Musik der Klassik
f√ľr den musikalischen Rahmen
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Philippsburger Festungs- und Schlossmodell auf DVD


Die im Auftrag der Stadt Philippsburg neu gefertigten DVDs √ľber das Philippsburger Schloss- und das Festungsmodell sind, dank ehrenamtlicher Mitstreiter, ein echter ‚ÄěHingucker" geworden.
Der virtuelle Rundgang schlie√üt alle zentralen Pl√§tze und Baulichkeiten ein, darunter die Residenz, der f√ľrstbisch√∂fliche Marstall, das Kasernenviertel, das Priesterseminar und das Spital. Mit Hilfe einer Kamera, die durch die ma√üstabsgetreue Nachbildung der Stadtansicht mitsamt Bastionen und Bollwerken schwenkt, wird der einstige Bischofssitz zum Leben erweckt.

Bei dem Festungsmodell, mit erstaunlicher Detailtreue geschaffen, handelt sich um daswichtigste Exponat der Philippsburger Geschichte. Identifizierbar sind heute noch alle Stra√üenz√ľge und Geb√§ude.
Wer sich die vertonten Filme betrachtet, w√§hnt sich bei einer Stadtf√ľhrung vor 311 Jahren.

Die DVD vom Schlossmodell wird f√ľr Sie zum Preis von 10,-- ‚ā¨ und die DVD vom Festungsmodell zum Preis von 12.- ‚ā¨ auf Bestellung angefertigt.

Wenn Sie Interesse am Erwerb einer DVD haben wenden Sie sich bitte im B√ľrgerhaus, Wei√üe-Tor-Str. 4, an Frau Braun, Tel. 07256/87-121 oder per Mail: edelgard.braun@philippsburg.de
 

Historische Kupferstich-Ausstellung in Speyer

Erstmalig werden Bildnisse zur Geschichte der beiden Nachbarstädte gezeigt

Das umfangreiche Kupferstich-Kabinett der Stadt besitzt wertvolle Best√§nde, von denen ca. 40 ausgew√§hlte Objekte der √Ėffentlichkeit in Speyer erstmalig pr√§sentiert werden. In der Hauptstelle der Kreis- und Stadtsparkasse Speyer wird die Ausstellung am 24. Januar um 19.00 Uhr er√∂ffnet und dauert bis zum 22. Februar 2008. Oberb√ľrgermeister Werner Schineller (Speyer) und B√ľrgermeister Stefan Martus (Philippsburg) werden bei der Er√∂ffnung zugegen sein. Vorstandsmitglied Uwe W√∂hlert wird begr√ľ√üen und Ekkehard Zimmermann wird den Vortrag zur Einf√ľhrung halten. In erster Linie geht es auch um die Pr√§sentation von bisher wenig beachteten Bildnissen aus der Festungszeit. Die Ereignisse damals lassen sich von der Geschichte der freien Reichsstadt Speyer nicht trennen. Der Rhein hatte jahrhundertelang nichts Trennendes. Sowohl das F√ľrstbistum Speyer als auch die Kurpfalz oder das Bistum Stra√üburg hatten ihre Territorien auf beiden Seiten. Immer wieder ist den Bewahrern der historischen Dokumente zu danken. Namen wie Max Neudold, Josef M. Fieser, Hermann Heiler, Franz Herd, Konrad Odenwald, Rudolf Futterer u.a. sind dabei unvergessen. Ihr Verm√§chtnis wurde durch Rahmung und fachgerechter Unterbringung der Stiche erf√ľllt. Dies war allerdings nur durch das Sponsoring der Firma KHW (Karl Herd) und Blue Chip (Asmus) m√∂glich. Inzwischen hat auch die Stadtverwaltung Germersheim gro√ües Interesse an der Sichtung der Sammlung bekundet.

Stadtanzeiger 24.01.2008, Ekkehard Zimmermann

 

Die französische Rheinlaufkarte von 1748 dokumentiert sehr deutlich die enge Verbindung der Nachbarstädte Speyer, Philippsburg und Germersheim im 18. Jahrhundert.

 

Demonstration barocken Lebensgef√ľhls und Raum zu g√∂ttlicher Begegnung


2. Auflage des Kunstf√ľhrers zur Philippsburger Kirche St. Maria

Nach der vergriffenen Erstauflage in tausend Exemplaren im Fr√ľhjahr 2004 ist jetzt der "Kleine Kunstf√ľhrer durch die katholischche Pfarrkirche St. Maria zu Philippsburg" in gleicher Auflagenh√∂he in der 2. Auflage 2007 erschienen. Die von den Heimatfreunden Ekkehard Zimmermann (Text) und Hans Wein (Fotos) herausgegebene Brosch√ľre hat sich im eigentlichen Inhalt nicht ver√§ndert. Das betrifft vor allem die historische Zusammenschau der vielen Sehensw√ľrdigkeiten samt ihrer Geschichte, die die Kirche birgt und die eing√§ngig dargestellt werden. Ge√§ndert haben sich den Zeitl√§ufen entsprechend die Vorwortgeber. Beide Pfarrer, damals Anton Killer, heute Thomas A. Maier, heben die Bestimmung der Kirche als Ort des Gottesdienstes und des Gebetes, Raum f√ľr die Begegnung mit Gott hervor. Ein Museum wolle und solle das Gotteshaus nicht sein. Das schm√§lert freilich nicht das Interesse an der Geschichte, dem Entstehen und der Einrichtung der Kirche. B√ľrgermeister Stefan Martus beschreibt seinerseits die Kirche als Wahrzeichen der Stadt und "Juwel des Barock im Bruhrain", gleichzeitig als idealen Ausgangspunkt f√ľr den neu angelegten Altstadtrundgang.
Hinzugekommen ist danach eine Seite, auf der das lobende Echo auf die Erstauflage in den Worten der verstorbenen Aenne Burda wie des damaligen Erzbischofs von Freiburg, Dr. Zollitsch, und vom Bischof von Speyer, Dr. Schlembach zitiert wird, ebenso √Ąu√üerungen vom Markgraf Bernhard Prinz von Baden, Speyers fr√ľherem Oberb√ľrgermeister Dr. Rosskopf, Bruchsals Oberb√ľrgermeister Doll und anderen. Neu ist auch am Ende der Schrift eine Seite mit Bildern bedeutender S√∂hne der Stadt Philippsburg, f√ľr die St. Maria die Taufkirche war: Hieronymus Nopp und Dr. Franz Burda. Hinzugekommen ist auch eine Reihe weiterer Fotos wie von der ehemaligen Klosterkirche von Schluttern, wo bis 1809 die gro√üe Glocke hing, von F√ľrstbischof Johann Hugo von Orsbeck (1675 -1711), der den Neubau der Philippsburger Stadtkirche erm√∂glicht hatte, und von dankbar erinnerten Vorfahren der Stifterfamilie Elisabeth und Dieter Rauh. Diesen Zugaben entspricht dann auch die insgesamte Erh√∂hung der Seitenzahl der Brosch√ľre von 44 auf 48. Sie ist jetzt bei den Philippsburger Bankinstituten, in der Buchhandlung und im Zeitschriftenhandel f√ľr unter f√ľnf Euro zu erhalten.

Stadtanzeiger 17.01.2008, Reeb

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