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Weitere Heimatgeschichtliche Meldungen aus Philippsburg
aus den Jahren 2005 und 2006

Diese Veranstaltungen und Ereignisse stehen nicht unbedingt im Zusammenhang mit dem Heimatverein Philippsburg e. V. oder dem Museumsbauverein Philippsburg e. V.
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Historische Bez├╝ge verbinden

Speyer und Philippsburg wollen jahrhundertealte
Beziehungen kulturell auffrischen

Dass man historische Bez├╝ge durch willk├╝rlich gesetzte Verwaltungsgrenzen nicht so einfach verwischen kann, hat einmal mehr der Antrittsbesuch des Philippsburger B├╝rgermeisters Stefan Martus im Speyerer Stadthaus gezeigt. Er kam mit den beiden Stadthistorikern Hugo Wunsch und Ekkehard Zimmermann in die Domstadt und er├Ârterte mit seinem Amtskollegen Oberb├╝rgermeister Werner Schineller M├Âglichkeiten, die jahrhundertealten Beziehungen zwischen Philippsburg und Speyer kulturell aufzufrischen.

Konkretes Ergebnis der einst├╝ndigen Tour d'Horizon: Anfang 2008 soll in Speyer eine Ausstellung mit 400 historischen Stichen und Dokumenten der Feste Philippsburg gezeigt werden. Und im Fr├╝hjahr n├Ąchsten Jahres wird Oberb├╝rgermeister Werner Schineller nach Philippsburg reisen, um f├╝r den dortigen Heimatverein eine Vortragsveranstaltung zu bestreiten. Nach dem Willen der beiden Stadtoberh├Ąupter sollen k├╝nftig auch die Archive beider St├Ądte Informationen austauschen und M├Âglichkeiten der Zusammenarbeit ausloten. Den Speyerer Oberb├╝rgermeister hat es gefreut, dass der "Br├╝ckenkopf" nach Speyer und die ehemalige Festung rechts des Rheines nach 600 Jahren "besonderer Beziehungen" in die Domstadt neue Ankn├╝pfungspunkte sucht. Sein Philippsburger Kollege lie├č keinen Zweifel daran, dass die Anziehungskraft der Domstadt in Philippsburg noch heute ungebrochen sei. Bemerkenswert sei auch, dass der pf├Ąlzische Dialekt dort noch heute eine Sprachinsel im badischen Raum bilde. Sprachliche Hindernisse wird es deshalb bei der Verst├Ąndigung nicht geben.

Quelle: Pressestelle Speyer
Stadtanzeiger Philippsburg,  07.12.2006
 

Bilder einer Epoche fundamentaler Ver├Ąnderungen

Buchpr├Ąsentation von Ekkehard Zimmermann in Philippsburg

Eine solche bildlich erinnernde Darstellung an eine Epoche fundamentaler Ver├Ąnderungen der politischen Gegebenheiten und der Lebensverh├Ąltnisse in Philippsburg gebe es nun erstmals, stellte B├╝rgermeister Stefan Martus bei der Buchvorstellung von Ekkehard Zimmermann "Philippsburg zwischen Republik und Diktatur" in der Reihe "Archivbilder" des Erfurter Sutton-Verlages in der Volksbank Bruhrain-Kraich-Hardt in Philippsburg fest. Sie spare H├Âhen und Tiefen der wechselvollen Geschichte der Stadt nicht aus. Daf├╝r sei es auch der richtige Zeitpunkt, da es jetzt noch Zeitzeugen gebe. Er dankte dem Autor im Namen der Stadt und ihrer B├╝rger.

Vor gut 150 Zuh├Ârern und Zuschauern hatte Bankdirektor Andreas Hoffmann als Hausherr begr├╝├čt und Zimmermann f├╝r sein Engagement f├╝r die Heimat gedankt. Seine ├╝ber 30 Veranstaltungen in den letzten zehn Jahren h├Ątten das Bankhaus zu einem festen Bestandteil des Philippsburger Heimat- und Kulturgeschehens werden lassen. Der Urenkel von Hieronymus Nopp und Enkel das 1926 gew├Ąhlten B├╝rgermeisters Oskar Zimmermann sei "geradezu ein wandelnder Geschichtsspeicher, aus dem man ├Ąhnlich wie aus dem Internet jederzeit Daten, Fakten und Analysen abrufen" k├Ânne. Hoffmann betonte besonders, dass Zimmermann ├╝ber den lokalen Bereich hinaus t├Ątig ist (verschiedene Buchtitel, F├╝hrungen, Exkursionen, Rundfunk und Fernsehen, Vortr├Ąge und Vereinsaktivit├Ąten). Wie der Marketingleiter des Sutton-Verlages, Andreas Str├Âbel, erkl├Ąrte, sei es dessen Anliegen, in den ├╝ber tausend ├Ąhnlichen Bildb├Ąnden vor allem auch zu zeigen, wie die Menschen fr├╝her gelebt haben, was zum Erinnern und Nachdenken anrege. Autor Zimmermann dankte den vielen Mitb├╝rgern, die alte Fotos zur Verf├╝gung gestellt hatten und das Buchvorhaben unter┬şst├╝tzten, wie Lore und Dieter Rauh sowie Gaby Verhoeven-Jacobsen. Sie seien so ausgew├Ąhlt, dass sie zeittypisch einen hohen Erinnerungswert darstellten und die schwierigen Jahre zwischen Republik und Diktatur (1920-1945) nicht ganz im Dunkel der Vergangenheit verschwinden lie├čen. Oft allerdings, so Zimmermann, seien Fotodokumente zwischen 1933 und 1945 "nicht gern zur Verf├╝gung gestellt" worden, "weil man sich mit den dort gezeigten Aktivit├Ąten nicht identifizieren wollte". Wiederholte Fragen ans Publikum, ob man unter den Personen auf den Fotos jemanden erkenne, blieben oft unbeantwortet, vor allem bei manchen zus├Ątzlich im Zusammenhang gezeigten Fotos, die nicht im Buch zu sehen sind. In zehn Buchabschnitten folgen Stichworte wie Geb├Ąude und Landschaft, Jahrhundertwinter 1929 mit gefrorenem Rhein, Leben in der Weimarer Republik und Umw├Ąlzungen nach der "Machtergreifung", Westwallbau und Kriegsvorbereitungen oder 600-Jahr-Feier und Heimattage sowie Neubeginn nach 1945. Von der einstigen L├Âwenbrauerei als einem der gr├Â├čten Arbeitgeber damals sieht man manches, den Dekan Gothe und den Stadtpfarrer Hebbel, Hitlerjugend und SS auf dem Marktplatz, auch eine zum Teil ermordete j├╝dische B├╝rgerfamilie, vor allem aber viele Vereins┬şund Privatfotos. Eine oft aus verschiedenen Gesichtspunkten nicht ganz einfache Zusammenstellung.

Ekkehard Zimmermann, der den Bildvortrag kommentierte und starken Applaus empfing, erhielt von F├Ârderer und Heimatfreund Werner Rauh ein Gem├Ąlde des gro├čen Verwandten Hieronymus Nopp als Dank ├╝berreicht. Der Chor "Sine Nomine" der Chorgemeinschaft "Eintracht" Huttenheim unter Leitung von Markus Heil erfreute mit zwei eindrucksvollen Liedbeitr├Ągen die Zuh├Ârer. Die ├Ârtliche Buchhandlung "Leselust & Gaumenfreuden" hielt das neue Werk am B├╝chertisch bereit, wo der Autor unerm├╝dlich signierte.

Reeb
Stadtanzeiger Philippsburg, 07.12.2006

Von der Republik zur Diktatur

Ein Buch ├╝ber die Jahre 1920 bis 1945 neu erschienen

Das Titelbild zeigt die "Holzauktion" 1932 auf dem Marktplatz

Ein interessanter Bildband mit vielen bisher nicht ver├Âffentlichten Fotos ist im Sutton-Verlag, Erfurt, erschienen. Der Autor Ekkehard Zimmermann, der schon eine Reihe von heimatkundlichen Publikationen herausgab, beschreibt dabei eine Zeitspanne aus der j├╝ngeren Geschichte, deren Auswirkungen heute noch sp├╝rbar sind. In einem Gru├čwort dankt B├╝rgermeister Stefan Martus dem Autor f├╝r diese einmalige Darstellung und auch daf├╝r, dass dabei H├Âhen und Tiefen des Geschehens nicht ausgespart bleiben.
Er w├╝nsche, dass auch dieser Publikation des Philippsburger Lokalhistorikers wieder ein Erfolg beschieden sein m├Âge.

In seiner Einleitung zu dem 96 Seiten starken Werk f├╝hrt Ekkehard Zimmermann folgendes aus: "Nat├╝rlich sind 25 Jahre zwischen Republik und Diktatur im 20. Jahrhundert eine sehr kurze Phase, doch f├╝r die Bewohner war diese Zeit von 1920 bis 1945 von ungew├Âhnlicher Dramatik. Offensichtlich reicht unser zeitlicher Abstand zu den Ereignissen von damals nicht aus, um alle Hintergr├╝nde detaillierter zu beleuchten. Die nahezu 150 Bilder sollen dazu beitragen, dass Wesentliches nicht einfach vergessen wird und auch die Personen in Erinnerung bleiben."
Im europ├Ąischen Verlagsprogramm der Reihe "Archivbilder" wird nun Philippsburg vertreten sein. Aus der n├Ąheren Region sind au├čerdem Ettlingen, Heidelberg, Mannheim und Schwetzingen aufgef├╝hrt. Die meisten der zeittypischen Aufnahmen sind mit au├čergew├Âhnlicher Pr├Ązision wiedergegeben und die in England (Stonhouse/Oakland) beheimatete Druckerei hat ihre Technik bestens eingesetzt.

Das Buch wird am 30. November in Mutli-Media-Saal der Volksbank pr├Ąsentiert, ist aber bereits bei folgenden Verkaufsstellen erh├Ąltlich: Buchhandlung Leselust & Gaumenfreuden, Schreibwaren-Sch├Ąfer, Sparkasse und Volksbank. Der Preis betr├Ągt 17,90 Euro.

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Stadtanzeiger Philippsburg 09.11.2006

Bestandteil der Geschichte mit hohem Symbolwert

Wiederenth├╝llung des restaurierten Philippsburger Kugeldenkmals
(12.10.2006)

Unter m├Ąchtigen Kastanien steht heute auf dem Marktplatz das Kugeldenkmal mit wuchtigem Fundamentblock, darauf in Pyramidenform angeordnet historische M├Ârser- und Kanonenkugeln
und mit der eingemei├čelten Inschrift versehen
"Errichtet unter der segensreichen Regierung des Gro├čherzogs Leopold 1846".

Bei der Neugestaltung des Marktplatzes und der Promenade kam es 1958 vom alten Platz nahe der Pfarrkirche an den jetzigen Ort. Errichtet wurde es einst von den B├╝rgern, als die Schrecken der Zerst├Ârung der Stadt von 1799 und die Schleifung der Festung nach 1801 noch in frischer Erinnerung waren, so beschrieb Ekkehard Zimmermann als Vortragender der Abendveranstaltung mit rund 200 Zuh├Ârern die damalige Situation.
Unvergessen sollten Leiden und Verluste der Bev├Âlkerung auch f├╝r kommende Generationen bleiben. Das Denkmal sei wie in den vergangenen 160 Jahren auch der Obhut der B├╝rger anvertraut und bleibe ein Bestandteil Philippsburger Geschichte mit hohem Symbolwert, so Zimmermann. Damals war der Maurermeister Karl H├Ąu├čler mit Planung und Durchf├╝hrung f├╝r den Erinnerungsbau beauftragt.

160 Jahre Umwelteinfl├╝sse und die Versetzung hatten dem Denkmal inzwischen erheblich zugesetzt. Nach seiner aufw├Ąndigen Restaurierung durch Steinmetz Mathias Jost nach Planung und unter Anleitung des Philippsburger Architekturb├╝ros Seyfarth und unter Mithilfe von Bauhof und Stadig├Ąrtnerei pr├Ąsentiert es sich nun wieder weitgehend in alter Form, auch wieder umgeben von einer eisernen Umz├Ąunung.
Zur feierlichen Wiederenth├╝llung hatten die Stadt Philippsburg und die Sparkasse Karlsruhe als Hauptsponsor zum Denkmal auf dem Marktplatz geladen. Mitglieder vom heimatgeschichtlichen Arbeitskreis "Club Rheingraf von Salm" hatten in historischen Uniformen am Denkmal Aufstellung genommen.
Eine gro├če Menschenmenge, verbunden mit der Stadt und ihrer Geschichte, lauschte in der abendlichen D├Ąmmerung den Reden, von stimmungsvollen Beitr├Ągen der Musik- und Kunstschule durch Kevin Gerl und Willi Ester eingerahmt.

B├╝rgermeister Stefan Martus konnte unter den G├Ąsten auch den gerade eingef├╝hrten neuen Revierleiter, Polizeioberrat Peter Kremer, Rektoren und Gemeinde- wie Ortschaftsr├Ąte und den neuen Beigeordneten der Stadt, Dieter Day, begr├╝├čen. Seinem Amtsvorg├Ąnger J├╝rgen Schmidt dankte er f├╝r dessen damalige Initiative, die Bausubstanz untersuchen zu lassen.
F├╝r ihn selbst sei es selbstverst├Ąndlich gewesen, die Restaurierung zu unterst├╝tzen. "Ich habe mich immer als Freund geschichtlicher, heimatkundlicher und heimatpflegerischer Dinge geoutet, und dazu stehe ich", sagte Martus. Alle Kr├Ąfte, die das genau so s├Ąhen, h├Ątten in ihm einen F├╝rsprecher, F├Ârderer und Mitstreiter. Das Denkmal solle an einen wichtigen Abschnitt in unserer Geschichte erinnern. Das Historische, das man noch habe, m├╝sse man erhalten und pflegen.
Das sei man der Stadtgeschichte schuldig. Eine der tragenden S├Ąulen im ganzen Geschehen sei auch der Heimatverein, dem man mit allen Verantwortlichen danke, besonders auch Hermann Rei├č, Gerhard Konrad, Adalbert Mernyak und Bernd Steinel. Dank gesagt f├╝r die Unterst├╝tzung wurde auch Herrn Sauter von der Firma Sauter. "Zu gro├čem, ja innigen Dank verpflichtet sind wir der Sparkasse, die sich als wichtiger Sponsor bet├Ątigt hat", erkl├Ąrte der B├╝rgermeister.

Sparkassendirektor Manfred Blum sagte, es sei selbstverst├Ąndlich gewesen, Stadt und Heimatverein nicht nur ideell, sondern auch finanziell ├╝ber die Kulturstiftung der Sparkasse Karlsruhe zu unterst├╝tzen. Bei der Fusion der Kassen Graben-Neudorf/ Philippsburg und Karlsruhe sei im Rahmen der bereits bestehenden Stiftung der Aufbau eines Sonderverm├Âgens vereinbart worden. "Dieser Verpflichtung kommt die Sparkasse Karlsruhe nach, und es steht der Nutzen aus diesem Sonderverm├Âgen fortan auch f├╝r die Philippsburger Belange zur Verf├╝gung", erkl├Ąrte Blum. Das Augenmerk gelte nicht nur der zeitgen├Âssischen Kunst, sondern auch der Historie und Denkmalpflege. "Jede Investition in die Vergangenheit ist auch eine Investition in die Zukunft."

Mit einem Empfang in der Kundenhaile der Sparkasse klang die Feier zur Wiederenth├╝llung des Kugeldenkmals aus.

Reeb
Stadtanzeiger 19.10.2006

 

160 Jahre Kugeldenkmal

Das Kugeldenkmal vor 100 Jahren an seinem ehemaligen Standort bei der Pfarrkirche auf der so genannten 'Kleinen Promenade', dem heutigen lle-de-Re-Platz Foto: Stadtarchiv

W├Ąhrend der franz├Âsischen Revolutionskriege kam es vom 6. bis zum 12. September 1799 zur Belagerung der Festung Philippsburg, und die unaufh├Ârliche Beschie├čung endete mit der vollkommenen Zerst├Ârung der Stadt. Ein Jahr sp├Ąter nach dem Vertrag von Hohenlinden musste die Festung an Frankreich ├╝bergeben werden, und Napoleon befahl die endg├╝ltige Schleifung. Philippsburg war ein Tr├╝mmerhaufen und sollte sogar an anderer Stelle wieder neu aufgebaut werden. Doch die B├╝rger verzagten nicht, und mit der Unterst├╝tzung des neuen Landesherren Gro├čherzog Kari Friedrich und der von dem Rheingrafen von Salm ins Leben gerufenen Stiftung konnte mit dem Wiederaufbau am alten Platz begonnen werden. Das Ereignis von 1799 sollte unvergessen bleiben und deshalb wurde schon bald f├╝r die Errichtung eines Denkmals gesammelt. Die beim Gro├čherzoglichen Bezirksamt Philippsburg seither zusammengekommenen Gelder von 151 Gulden reichten zun├Ąchst nicht, sodass der Gemeinderat einstimmig be-schloss, die restlichen Kosten von 153 Gulden aus der Stadtkasse zu ├╝bernehmen. Mit der Ausf├╝hrung wurde der Philippsburger Maurermeister Kari H├Ąu├čler beauftragt. Das Monument wurde mit einer Pyramide von M├Ârser- und Kanonenkugeln geziert und erhielt folgende Inschrift: "Zur Erinnerung an das letzte Bombardement der Reichs- und Grenzfestung Philippsburg vom 6. bis 12. September 1799". Auf der R├╝ckseite wurde der Satz eingemei├čelt:

"Errichtet unter der segensreichen Regierung des Gro├čherzogs Leopold 1846". Als Standort wurde der Marktplatz gew├Ąhlt. Bei der Umgestaltung 1958 musste das Denkmal auf seinen heutigen Platz verlegt werden. Nach der neuerlichen Restaurierung pr├Ąsentiert es sich wieder weitgehend in seiner alten Form und ist in 160 Jahren zu einem Bestandteil Philippsburger Geschichte mit hohem Symbolwert geworden.

Die Wieder-Enth├╝llung findet am 12. Oktober statt. Dabei wird bei den Feierlichkeiten auf die Verdienste der Sparkasse Karlsruhe, des Architekturb├╝ros, des Bauhofes und ehrenamtlicher Helfer hingewiesen. B├╝rgermeister a.D. J├╝rgen Schmidt hatte noch in seiner Amtszeit die gr├╝ndliche Renovierung des Denkmals veran-lasst. Ausf├╝hrliche Berichterstattung folgt.

E. Zimmermann
Stadtanzeiger 05.10.2006

 

Tag des offenen Denkmls am 10. September 2006

Erinnerungen an ein vergangenes Philippsburg

Festungsmodell, Kasematten und Kirche St Maria im Mittelpunkt

Der Tag des offenen Denkmals, den einige hundert Einwohner und Besucher von au├čerhalb in der alten Festungsstadt wahrgenommen haben, galt vordergr├╝ndig den noch oder wieder sichtbar gewordenen Zeugen vergangener Zeiten. Freilich sind sie zumindest teilweise selbst von Interesse, doch ihren eigentlichen Wert macht im Grunde eher das aus, was sie auszusagen oder zu erinnern in der Lage sind. Im herbstlich bunt, aber mit Finesse dekorierten Saal des Traditionsgasthauses "Einhorn" war das mehrere Quadratmeter gro├če Philippsburger Festungsmodell als klarer Mittelpunkt aufgestellt.

Heimatfreunde vom heimatgeschichtlichen Arbeitskreis Club Rheingraf von Salm wie Uli Pfitzenmeier, Andre Schmitteckert, Manfred Bentz und Ekkehard Zimmermann, erl├Ąuterten ├╝ber den Tag den hier besonders zahlreichen Besuchern Eckpunkte der streng historischen, milit├Ąrisch peniblen Darstellung, wie sie im Original zu dem sp├Ąter leider so erfolgreichen milit├Ąrischen Zweck der totalen Vernichtung Philippsburgs durch franz├Âsische Granaten erfolgreich diente. Ohne Glasabdeckung, die ansonsten nicht nur vorwitzige Finger, sondern vor allem Staub von den Tausenden von Kleinfiguren im Modell fernhalten soll, konnte auch so mancher Fotograf seinem direkten Abbildungsinteresse freien Lauf lassen. Dazu waren historische Karten und Stiche zu sehen, auch die vor zwei Jahren in diesem Saal schon vorgestellten Bomben und Granaten aus Festungszeiten, die inzwischen wieder ans Tageslicht gekommen sind. Ein B├╝chertisch mit mancherlei gedrucktem Informationsmaterial wurde erg├Ąnzend im Saal von Irena Schmidhuber betreut.

Bilder: Reeb

"Bedarfsorientiert", das hei├čt immer dann, wenn eine Gruppe Interessenten beieinander war, f├╝hrten Ekkehard Zimmermann und Manfred Bentzvom "Einhorn" auszurgeschichtstr├Ąchtigen Kirche St. Maria. Jeder, der dabei war, wei├č zu sch├Ątzen, welch ein Unterschied es ist, allein durch das Studium von Tafeln und Inschriften und eigenes In-Augenschein-Nehmen einem solchen Denkmal n├Ąher zu kommen oder in komprimierter und inhaltlich zusammenh├Ąngender Form mit kenntnisreichen Details der vergangenen Zeiten von einem Kenner konfrontiert zu werden. Besucht wurde dazu das B├╝rgerhaus gegen├╝ber des "Einhorn".

Ein ganz anderes Baudenkmal, das noch l├Ąngst nicht alle Fakten ├╝ber seine Entstehung und Nutzung zu Festungszeiten preisgegeben hat, ist die urspr├╝nglich aus vier R├Ąumen bestehende Anlage des Felsenkellers. Dort informierte Wolfgang Bretschneider die Besucher.

Der s├╝d├Âstliche Keller musste beim Bau des heutigen Seniorenhauses St. Franziskus abgebrochen werden. Ansonsten steht die Anlage seit 1983 unter Denkmalschutz. 30 alte ├ľffnungen im Sockelbereich des Kellers sorgen f├╝r die Bel├╝ftung . Bis heute f├╝hren 18 kaminartige L├╝ftungssch├Ąchte in den Au├čenw├Ąnden und sechs in den Innenw├Ąnden nach oben. Auch das wird als Hinweis auf eine fr├╝here Nutzung als unterirdische Be-vorratungs-, Produktions- oder Aufenthaltsr├Ąume angesehen. Eine genaue Kenntnis des Alters gibt es bis heute nicht. In einem Stadtratsprotokoll von 1760 wird von einem "Keller unter dem Wall" gesprochen. Ein genauer Lageplan dazu findet sich im Generallandesarchiv. Seit seiner Gr├╝ndung 1996 befasst sich ein F├Ârderverein Festungskasematten (Felsenkeller) mit allen diesen Fragen, vor allem aber mit sehr erheblichen Erd-und Restaurierungsarbeiten und einem erheblichen Aufwand an freiwilligen Arbeitseins├Ątzen. Wenn dann auch eine Nutzung f├╝r bestimmte Veranstaltungen m├Âglich ist, will man sich mit neuen aufw├Ąndigen Untersuchungen weiter um die Kl├Ąrung der Altersfrage und ├Ąhnlicher Dinge auch mit externer Hilfe k├╝mmern.

Ge├Âffnet war an diesem Tag auch die seit einiger Zeit laufende Sonderausstellung ├╝ber historische Waagen im
Festungs- und Waffengeschichtlichen Museum im Burda-Haus.

Reeb?
Stadtanzeiger 14.09.2006

 

“Felsenkeller”
 

Festungsmodell ohne Abdeckung. Beschreibung auf unserer Webseite

Initiative "Pro Philippsburg" hat es geschafft
(31.07.2006)

Bahnhofsrenovierung und Stadtbildverbesserung gefeiert

 

Zu einem ersten Bahnhofsfest, dem sp├Ąter weitere folgen sollen, hatte die Privatinitiative "Pro Philippsburg" unter ihrer Vorsitzenden, Stadtr├Ątin Gaby Verhoeven-Jacobsen, die Bev├Âlkerung zur Kr├Ânung der erfolgreichen Renovierungs- und Versch├Ânerungsarbeiten von Wartesaal und Schalterhalle geladen. Hunderte von Philippsburgern f├╝llten die Bankreihen vor dem Bahnhofsgeb├Ąude, als sie am Sonntagvormittag uner der Schirmherrschaft der Stadt Philippsburg allen Mitstreitern und Unterst├╝tzern dankte.
Sie erinnerte an das Bahnschild in der Schalterhalle als Ank├╝ndigung an die Reisenden zum Wartesaal: "Wegen Vandalismus zeitweise geschlossen". Obwohl von der Deutschen Bahn oft renoviert, gingen Schmierereien und Sachbesch├Ądigungen laufend weiter. "Unser seit 1874 bestehendes Bahnhofsgeb├Ąude, ein imponierender Bau mit viel Geschichte, hat es nicht verdient zu verkommen", sagte Frau Verhoeven-Jacobsen. "Ankommende G├Ąste der Stadt sollen einen positiven ersten Eindruck von Philippsburg bekommen. Das ist unser Anliegen und unsere Triebfeder, die ├Âffentlichen R├Ąume unter unseren Schutz zu stellen. Ma├čnahmen zur ├ťberwachung der R├Ąume sind getroffen. Vandalistische Umtriebe werden unnachsichtig bestraft."

Als Vertreter der Deutschen Bahn AG begr├╝├čte sie Manager Leonhard Reiss, der ebenfalls seine Freude ├╝ber die Initiative aus B├╝rgerkreisen zu Zeiten knapper Kassen ausdr├╝ckte. Hier beweise sich auch, dass sich Funktionalit├Ąt und traditionsbewusste Ausgestaltung nicht ausschlie├čen.
Dank gesagt wurde von der Initiative vor allem der k├╝nstlerischen Leistung von Manfred Bentz, der im Wartesaal den W├Ąnden historische Symbole und Gestalten anvertraut hat, sowie der Kunstklasse des Copernicus-Gymnasiums unter Nicole Cristofaro, die mit Gem├Ąlden und Schriften die Schalterhalle eindrucksvoll gestaltet hat. Herzlicher Dank galt Lore Rauh als Mitinitiatorin der Initiative, die wie vor allem Frau Verhoeven-Jacobsen erhebliche pers├Ânliche Unterst├╝tzung geleistet hat. Die Salmclub-Jugend hat bei der S├Ąuberungsaktion rund um den Bahnhof mitgewirkt, die Handwerker G├╝nter D├Ârr und Alexander Zimmermann waren wertvolle Helfer wie G├Ąrtnerei-Juniorchefin Beate Schneider. Besonderer Dank ging auch an Ludwig H├Ârn f├╝r den Aufbau der wieder viel bestaunten Eisenbahn-Ausstellung im Wartesaal, die KaGe Narhalla mit Pr├Ąsidentin Martina Kerner und Kreisrat Karlheinz Kerner, den Museumsbauverein mit Helga Steinel-Hofmann, Ekkehard Zimmermann und st├Ądtische Helfer wie Marion Bastei, Dieter Day und Harald Springer. Frau Verhoeven -Jacobsen schloss mit einem Zitat von Hieronymus Nopp: "Ehren Sie die Stadt Philippsburg als ein Denkmal deutscher Geschichte, denn die Liebe zur Heimat ├╝berwindet alles."

Sie ├╝bergab das Mikrofon an B├╝rgermeister Stefan Martus, der eingangs feststellte: "Es gibt nichts Gutes, au├čer man tut es." Sein Lob des B├╝rgersinns galt allen Akteuren und Helfern dieser Initiative, umso mehr, als es nicht um Einzelk├Ąmpfer gehe, sondern ein tolles Team, das zusammenarbeite. Jetzt befinde sich das Bahnhofsgeb├Ąude wieder in einem vorzeigbaren Zustand. "Dem war nicht so. Aber dem ist jetzt so!" Die beiden R├Ąume seien inzwischen ein "Aush├Ąngeschild" f├╝r die Stadt Philippsburg.

Breit gef├Ąchert war auch das begleitende Unterhaltungsprogramm. Stadtkapelle, Musik- und Kunstschule, die Gruppe “Acoustic Soul” und zur abendlichen Kr├Ânung die umjubelte Srassergarde Rheinhausen boten dem Publikum neben der vorz├╝glichen Bewirtung einen Sonntag am Bahnhof, der lange in Erinnerung bleiben wird.

Text und Bilder: Reeb
Stadtanzeiger 03.08.200
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Weitere Bilder

Bahnhofsr├Ąume in neuem Glanz
Renovierung durch Privat-Initiative abgeschlossen
 

Bei der Gestaltung der Schalterhalle haben junge K├╝nstler ihre ganze Kreativit├Ąt bewiesen. Hier ein Gem├Ąlde zum Thema "Sagen und Mythen'

Manfred Bentz hat weitere Motive aus der Geschichte im Wartesaal verwirklicht. Eine erstklassige Wiedergabe des Trommlers ist ein Beispiel daf├╝r
Fotos: Ekkehard Zimmermann

Zur Freude aller Beteiligten konnte in diesen Tagen die Renovierung des Wartesaals und der Schalterhalle abgeschlossen werden. Diese beiden vom Publikum frequentierten R├Ąume sind
ein Aush├Ąngeschild f├╝r die Stadt Philippsburg. Die private Initiative und ihre Gr├╝nderin Stadtr├Ątin Gaby Verhoeven-Jacobsen will die Fertigstellung der Arbeiten mit einem Bahnhofsfest kr├Ânen. N├Ąheres wird noch mitgeteilt.

Der Dank gilt vor allem auch den Ausf├╝hrenden wie G├╝nter D├Ârr und den K├╝nstlern Manfred Bentz sowie der Kunstklasse des Gymnasiums unter der Leitung von Nicole Cristofaro. Besonders engagiert hat sich auch Frau Lore Rauh, die das Projekt mit unterst├╝tzt. Einen enormen finanziellen Einsatz erbrachte auch Frau Gaby Verhoeven-Jacobsen selbst. Sie betont, dass es eine Herzensangelegenheit sei, den Reisenden als ersten Eindruck von Philippsburg gut gestaltete saubere R├Ąume zu pr├Ąsentieren. Alles m├╝sse getan werden, damit der Vandalismus nicht wieder um sich greift.
Die Zusammenarbeit in diesem Zusammenhang mit der Deutschen Bahn und der Stadtverwaltung sei sehr gut verlaufen.

Das Bahnhofsfest ist f├╝r den 30. Juli (Beginn 11.00 Uhr) geplant.
Das Programm wird noch bekannt gegeben.

Stadtanzeiger Nummer 28
Donnerstag, 13. Juli 2006

Weitere Bilder siehe : www.kbs704.de/ , Rubrik Aktuell.

Privatinitiative "Pro Philippsburg"
Bahnhofsrenovierung macht Fortschritte




Gute Laune bei der praktischen Arbeit:
Gaby Verhoeven-Jacobsen, G├╝nter D├Ârr und Manfred Bentz
nach der Restaurierung der W├Ąnde im Wartesaal




Das historische Stadtwappen (seit 1371) ziert die Ausgangs-
seite des Wartesaals.
Weitere Motive plant Manfred Bentz noch umzusetzen

Fotos: E. Zimmermann


Die von Stadtr├Ątin Gaby Verhoeven-Jacobsen ins Leben gerufene private Initiative "Pro Philippsburg" setzt derzeit ihr erstes Projekt, n├Ąmlich die Renovierung des Wartesaals und der Schalterhalle des Bahnhofes, in die Tat um.
Nachdem von den Dienststellen der Deutschen Bahn und des Landesdenkmalamtes bez├╝glich der Farbgebung und Erhaltung sch├╝tzenswerter Teile ├ťbereinstimmung und Genehmigung erteilt wurde, machten sich die Helfer ans Werk. Unter der Leitung von G├╝nter D├Ârr konnten die W├Ąnde, T├╝ren und Fenster neu gestrichen und die Fu├čb├Âden abgeschliffen und neu mit Wachs versiegelt werden.
Der Kunstmaler und Grafiker (und Eisenbahner a. D.) Manfred Bentz hat mit der Ausmalung von Philippsburger Motiven begonnen und an der Stirnseite des Wartesaals bereits das historische Stadtwappen verwirklicht. In diesen Tagen beginnen die jungen K├╝nstler der Kunst-Klasse des Gymnasiums (Oberstufe) mit der Umsetzung ihres Vorhabens in der Schalterhalle. Die Leitung dieser Aktion hat Frau Nicole Cristofaro. ├ťber den Fortgang der Arbeiten wird zu gegebener Zeit berichtet.
Den Sprayern und Sachbesch├Ądigern sei mitgeteilt, dass die Polizei das Geb├Ąude und dessen Umfeld k├╝nftig verst├Ąrkt ├╝berwachen wird und jede Besch├Ądigung strafrechtlich verfolgt.
Nach Fertigstellung des Projektes ist ein Bahnhofsfest geplant. Aktive B├╝rger, die etwas Au├čergew├Âhnliches f├╝r ihre Heimat tun wollen, k├Ânnen sich gerne mit Gaby Verhoeven-Jacobsen in Verbindung setzen (Tel. 5687).

E. Zimmermann, Stadtanzeiger 24.05.2006
 

Weitere Bilder siehe : www.kbs704.de/ , Rubrik Aktuell.

Kugeldenkmal wird gr├╝ndlich saniert

Arbeiten in vollem Gange - Weiterer Zerfall gestoppt




Mitarbeiter des Bauhofs (rechts Bauhofleiter Harald Springer)
montieren die Pyramide aus Kanonenkugeln ab.




Das Denkmal an seinem urspr├╝nglichen Platz im Jahre 1890
neben der Pfarrkirche St. Maria. Das Gasthaus "Zum Drachen”
(rechts) musste einem Neubau weichen.
Den "Feuergraben” gibt es nicht mehr

Das Denkmal zur Erinnerung an die Zerst├Ârung der Stadt (1799) aus dem Jahre 1846 ist mit seiner Pyramide aus Original -Kanonenkugeln auf der Krone ein Wahrzeichen der alten Festungsstadt. Schon in Lexika des 19. Jahrhunderts ist von "einer besonderen Sehensw├╝rdigkeit" die Rede, die auch der "segensreichen Regierung des Gro├čherzogs Leopold" zur Ehre gereiche. Das Monument stand urspr├╝nglich neben der Pfarrkirche St. Maria und wurde durch den Bau des Philippusbrunnens 1958 auf den heutigen Standort auf der "Gro├čen Promenade" verlegt. Schon damals waren Besch├Ądigungen und fehlende Teile erkennbar. Zwar wurde immer wieder gereinigt, mit M├Ârtel ausgebessert und auch Farbe aufgetragen, zu einer gr├╝ndlichen Sanierung kam es jedoch nicht. In seinem letzten Amtsjahr 2005 ergriff B├╝rgermeister J├╝rgen Schmidt die Initiative und veranlasste eine gr├╝ndliche Untersuchung der Bausubstanz.
Der Gemeinderat stimmte dem Vorhaben zu, und das Architekturb├╝ro Seyfarth wurde mit der Durchf├╝hrung beauftragt. B├╝rgermeister Stefan Martus forcierte ebenfalls die Restaurierung.Gerade im Rahmen der gro├č angelegten Werbeaktion "Stra├če der Festungen" habe die Wiederherstellung eine wichtige Funktion. Nach Absprache mit Dr. Diruf vom Landesdenkmalamt k├Ânnen nun die Arbeiten ausgef├╝hrt werden. Mitarbeiter des st├Ądtischen Bauhofes nahmen inzwischen die Kanonenkugeln nach Anweisung des Architekturb├╝ros sorgf├Ąltig vom Kubus ab, damit eine neue Bewehrung und Erg├Ąnzung der M├Ârser-Bomben und der Kugeln vorgenommen werden kann. Die Heimatfreunde Gernard Konrad und Hermann Rei├č haben ehrenamtlich die Reinigung der Exponate ├╝bernommen. Die Steinmetz-Firma "Natursteine Heidelberg" mit ihrem Meister Mathias Jost f├╝hren die Arbeiten am Stein aus. Das Problem dabei ist, dass die genaue Herkunft des Steins nicht bekannt ist und deshalb in verschiedenen Steinbr├╝chen Proben genommen wer den mussten. F├╝r die nun einzuf├╝genden Vierungen kann nur die beste Qualit├Ąt verwendet werden. So wird jetzt die gr├╝ndliche sach- und fachgerechte Sanierungskonzeption in die Tat umgesetzt. W├╝nschenswert w├Ąre auch eine Einfriedung des Monolits, wie sie vor dem 1. Weltkrieg bestanden hat. Laut B├╝rgermeister Martus ist diese Frage allerdings noch nicht entschieden.

Ekkehard Zimmermann, Stadtanzeiger 18.05.2006
 

Besucherrekord bei Familienbuch-Vorstellung von Dieter Haas
Historisches Theaterst├╝ck bereicherte das Ereignis in der Volksbank

Eine ungew├Âhnlich gro├če Resonanz zur Pr├Ąsentation des "Familienbuchs der Stadt Philippsburg" in den R├Ąumen der Volksbank stellte Bankvorstand Andreas Hoffmann zu Beginn der Veranstaltung fest. Wie noch selten zuvor waren 182 Besucher der pers├Ânlichen Einladung von Stadt und der Volksbank Bruhrain-Kraich-Hardt eG gefolgt. Hoffmann betonte bei dieser Gelegenheit, dass er und seine Mitarbeiter ein solch besonderes Ereignis nach Kr├Ąften unterst├╝tzen. Er dankte allen, die zum Gelingen des kulturell hochstehenden Abends beigetragen haben. Die Begr├╝├čung der G├Ąste und die Formulierung seiner ganz pers├Ânlichen Verbundenheit zur Ahnenforschung nahm B├╝rgermeister Stefan Martus vor. Er hie├č besonders seinen Amtskollegen Martin B├╝chner aus Oberhausen-Rheinhausen, den Altb├╝rgermeister J├╝rgen Schmidt, die stellvertretende B├╝rgermeisterin Dorothea Geiger-Heiler, mehrere Stadtr├Ąte, Vereinsvorsitzende und ausw├Ąrtige Besucher, darunter Gemeinder├Ąte aus Ha├čloch und Rheinzabern, willkommen. Ein herzliches Dankesch├Ân galt dem Autor Dieter Haas, der das alte Sippenbuch von 1975 in vielen Bereichen korrigiert habe.

Er freue sich aber auch ├╝ber das Programm des Abends, das von Laudator Ekkehard Zimmermann, dem Autor Dieter Haas und dem Theaterregisseur Hugo Wunsch gestaltet wurde. Die W├╝rdigung der verdienstvollen Arbeit von Dieter Haas nahm Ekkehard Zimmermann vor. Zun├Ąchst wolle er im Namen aller Akteure dem Verfasser Dieter Haas zu seinem gelungenen Werk gratulieren und ihm f├╝r sein b├╝rgerschaftliches Engagement danken. Die Anerkennung aller gelte auch seiner Gattin Isolde.
Au├čerdem sei dem Heimatverein unter der Leitung des Vorsitzenden Hugo Wunsch und seiner Stellvertreterin Helga Steinel-Hofmann zu danken. Um Herstellung und Vertrieb des Buches haben sich die Stadt und deren Mitarbeiter verdient gemacht.
Zimmermann erinnerte daran, dass Dieter Haas im Vorjahr schon in Erfeld bei Hardheim ein Sippenbuch herausgebracht  habe. In der Heimatgemeinde seines Gro├čvaters sei das Buch bestens angekommen. Alles spreche daf├╝r, dass dies auch in Philippsburg der Fall ist. Mit dem vorliegenden Ergebnis sei es Haas gelungen, aus einem "F├╝llhorn genealogischer Quellen" alle wichtigen Fakten herauszufiltern und wie in einem Mosaik sinnvoll zu ordnen und verst├Ąndlich zu machen. Es sei von hohem familiengeschichtlichen Wert, dass die Angaben bis in das Jahr 1576 zur├╝ckgehen. Nat├╝rlich habe es eines geradezu "detektivischen Gesp├╝rs" bedurft, um die Eintragungen aus den fr├╝heren Jahrhunderten richtig zu deuten und einzuordnen.
Haas habe sich aber auch um die allgemeine Heimatforschung verdient gemacht. Deshalb konnten einige Beispiele spektakul├Ąrer entdeckter Darstellungen auf Gro├čleinwand gezeigt werden. In Archiven und Museen im In- und Ausland sei er f├╝ndig geworden.

Zum Thema Familienforschung und deren praktischer Nutzanwendung referierte Dieter Haas. In seinem in f├╝nfj├Ąhriger Arbeiterstellten Familienbuch h├Ątten auf 700 Seiten 28.400 Personen und 7.400 Familien Platz gefunden. Das Ordnungsprinzip sei f├╝r jeden nachvollziehbar. In einer ├╝berzeugenden Computeranalyse konnte er dann einzelne Beispiele erl├Ąutern. Dies gelte vor allem bei der Geschlechterchronologie, der genannten Orte und Berufe. Die Erstellung eines Familien-Stammbaums an dem Beispiel der Familie Rei├č (Hugo) k├Ânne das Thema auch optisch verdeutlichen. "Der Familienforscher sammelt seine Vorfahren" und m├╝sse sie dann plausibel ordnen. Ein spezielles PC-Programm habe ihm dabei geholfen. Er wies darauf hin, dass er erstmals ein Original-Kirchenbuch ausstellen k├Ânne, in dem die erste Heirat im Jahre 1581 eingetragen sei. Einen besonderen Dank m├Âchte er B├╝rgermeister Martus aussprechen, ebenso Bankvorstand Hoffmann und allen anderen, die ihm geholfen haben.

Das im Anschluss an die Pr├Ąsentation aufgef├╝hrte Theaterst├╝ck "Im Namen seiner Eminenz, des F├╝rstbischofs ..." fand gro├če Zustimmung. Den einf├╝hrenden Prolog ├╝bernahm Ekkehard Zimmermann, der in die Epoche um 1740 einstimmte und auch den Autor und Regisseur Hugo Wunsch vorstellte. Dieser hatte das Schauspiel in einem Aufzug und mit f├╝nf Darstellern gestaltet. Eine Szene vor dem Schulthei├čengericht sollte m├Âglichst authentisch das damalige Protokoll wiedergeben. Zeitgen├Âssische Musik versetzte die Zuschauer in die Atmosph├Ąre einer vergangenen Zeit. Bei der Inszenierung hatte der Autor darauf geachtet, dass mundartlich deftige Worte zum Ausdruck kamen; es fehlte aber nicht der Hinweis des Sprechers, dass Derartiges heute noch im Gebrauch sei. So wurden die Rollen ├╝berzeugend gespielt: der Stadtschulthei├č Johann Schenkel von Heinz Kaufmann (Historischer Theaterkreis Rheinzabern), die B├╝rgerin Bawett Fieseer von Marion Bastei (Angestellte bei der Stadtverwaltung), der B├╝rger Bernhard Hassdenteufel wurde durch Walter Feldmann (Rheinzabern) wieder zum Leben erweckt. In ihrer Paraderolle als Zigeunerin Magdalena Keimberger trat Marina Wolsiffer (Enkelin des Ehrenb├╝rgers Karl Frank) auf. Den sie begleitenden Soldaten der damaligen Garnison spielte Benjamin Zieger (Mitarbeiter der Volksbank). Einzelne Szenen waren von den Laiendarstellern so ├╝berzeugend gespielt, dass immer wieder Szenenapplaus das Schauspiel unterbrach. Lebensecht und ├╝berzeugend war u.a. der Auftritt von Marina Wolsiffer; das zu erwartende Urteil ├╝ber die S├╝nderin Magdalena Leimberger wurde vom Zuschauer echt mitempfunden, und auch alle anderen Darsteller konnten sich in einmaliger Manier mit ihrer Rolle identifizieren. Der Dank aller warihnen gewiss.

B├╝rgermeister Stefan Martus ├╝berreichte jedem ein Pr├Ąsent der Stadt, und Marion Bastei bedankte sich herzlich im Namen aller Teilnehmer beim Regisseur Hugo Wunsch, der zurzeit ein monumentales Festspiel zur 700-Jahr-Feier der Stadt W├Ârth/Pfalz mit ├╝ber 200 Mitwirkenden f├╝r diesen Sommer vorbereitet.
F├╝r eine gut funktionierende Technik sorgte Leif Weispfennig. Die Veranstaltung wurde im Film festgehalten von Manfred Frank, der schon seit vielen Jahren sich gro├če Verdienste um die Heimatfilme erworben hat.

Ekkehard Zimmermann, Stadtanzeiger 11.05.2006


Das "Familienbuch der Stadt Philippsburg" kann im Rathaus Philippsburg zum Preis von 55 Euro erworben werden. Die bereits bestellten B├╝cher k├Ânnen ebenfalls im Rathaus abgeholt werden
.
 

Buchvorstellung als Heimatabend
Begeistertes Publikum belohnte Autoren "Philippsburg der
50er und 60er Jahre" mit Zustimmung und viel Beifall

Der Einladung der Volksbank Bruhrain-Kraich-Hardt waren ├╝ber 100 Besucher gefolgt, als Bankvorstand Andreas Hoffmann in seiner Begr├╝├čungsansprache die Verfasser des neu erschienenen Buches, Manfred Bentz und Ekkehard Zimmermann, vorstellte. Unter den G├Ąsten konnte er besonders willkommen hei├čen: B├╝rgermeister-Stellvertreterin Dorothea Geiger-Heiler, Altb├╝rgermeister J├╝rgen Schmidt, B├╝rgermeister Walter Heiler aus Wagh├Ąusel, Thomas Moos von der Stadtbibliothek Bruchsal, Hugo Wunsch, Vorsitzender des Heimatvereins, Dr. Waldis Greiselius vom Heimatverein Ubstadt-Weiher und die Sponsorenfamilie Lore Rauh. B├╝rgermeister Stefan Martus lie├č durch seine 1. Stellvertreterin herzliche Gr├╝├če und den Dank der Stadt und des Gemeinderates ├╝bermitteln.

Zum Thema "Konzeption des Buches" und das "Lebensgef├╝hl der 50er und 60er" sprach Ekkehard Zimmermann. Im zweiten Teil des Abends erl├Ąuterte Manfred Bentz anhand der Bilder die gezeigten Personen und Br├Ąuche. Im Namen der Verfasser dankte Ekkehard Zimmermann allen, die ihr Familienalbum zur Verf├╝gung gestellt hatten. Sein Dank galt insbesondere Frau Lore Rauh f├╝r die Unterst├╝tzung, aber auch Bankvorstand Andreas Hoffmann und seinen Mitarbeitern. Das Angebot des Geiger-Veriages (Horb/Neckar) sei gerade richtig zum 45-j├Ąhrigen Bestehen des heimatgeschichtlichen Arbeitskreises "Club Rheingraf von Salm" gekommen. Erinnerungen an die Jugend- und Kinderzeit seien aufgekommen, und auch der zweite Teil des Buches "Deutschland im Aufbruch" sei so richtig zeittypisch einzuordnen gewesen.

Nach den Schrecken des 2. Weltkrieges (der letzte Kriegsgefangene Hermann Winter war am 20. Oktober 1955 nach Hause gekommen) waren der Aufbauwille und der allgemeine Zusammenhalt recht gro├č. Bald bl├╝hte auch wieder die Wirtschaft,und es begann die Massenmotorisierung. Mit dem eigenen Vehikel reiste man in den Urlaub nach Italien, und Moped, Roller und Kleinwagen wurden zum Statussymbol. Philippsburg erfuhr in jenen Jahren einen erheblichen Wachstumsschub. Hier nannte der Autor einige Stichworte wie Bundeswehrstandort, Gymnasium, Deutsche Goodyear, Kernkraftwerk und kleinere Betriebe wie Richter, Bilek, Martin, Maus und Rodi und Wienenberger.
Aus den optimistisch und freundlich blickenden Gesichtern auf den Fotos erkenne man eine gewisse Zufriedenheit und Freude an den vielen neuen Dingen. Mit den damaligen recht bescheidenen W├╝nschen und Bed├╝rfnissen w├╝rde man sich heute in aller Regel nicht mehr zufrieden geben. Zimmermann erl├Ąuterte dann die Ver├Ąnderungen im Stra├čenbild, das Hochwasser 1955, die Landwirtschaft und u.a. auch die besonderen Ereignisse und k├╝ndigte die Herausgabe eines weiteren Buches "Philippsburg vor 100 Jahren" an. Das "Philippsburger Heimatlied", vorgetragen vom katholischen Kirchenchor im Jahre 1984, erklang in dem modernen Multi-Media-Saal in einer guten Klangf├╝lle und passte recht gut ins Programm.

Manfred Bentz verstand es, durch seine mundartlich vorgetragenen Erl├Ąuterungen zu den vielen vor allem auch Kinderbildem manche gute Erinnerungen wachzurufen. Viele Fotos waren bisher unver├Âffentlicht und ├╝berraschten auch manchen Besucher bei der Wiedererkennung von Sport, Freizeit, Schule und Vereinsleben. Vor allem l├Âsten Bilder von der Fasenacht ab 1951 und der unwahrscheinlich toll dekorierten Festhalle wahre Begeisterungsst├╝rme aus. Spontan war auch das Echo: "Da ist ja mein Vater" und "Wei├čt du noch?" usw. sind Beispiele der Reaktion des Publikums. Die ganze Veranstaltung hatte den Charakter eines Heimatabends, und lange danach wurde noch diskutiert und viele Zeitzeugen befragt. Ein lang anhaltender Beifall belohnte die beiden Verfasser f├╝r ihre sicher zeitaufwendige Arbeit. Bankvorstand Andreas Hoffmann brachte es zum Schluss auf den Punkt: "Sie haben mit diesem Buch uns allen eine gro├če Freude bereitet, wir danken Ihnen daf├╝r." Neben den bekannten Verkaufsstellen kann der Bildband auch im Rathaus zum Preis von 16,90 Euro erworben werden.

Stadtanzeiger 24.11.2005

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