Heimatverein Philippsburg e. V.

Gegr√ľndet 1924

Wappen_h180

Weitere Heimatgeschichtliche Meldungen aus Philippsburg aus dem Jahr 2007
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Kunstf√ľhrer Pfarrkirche
St. Maria neu erschienen

Aufgrund der gro√üen Nachfrage nach dem 2004 erstmals aufgelegten Kirchenf√ľhrer (inzwischen vergriffen) erscheint in diesen Tagen die zweite Auflage. Diese Ausgabe ist um vier Seiten erweitert und ber√ľcksichtigt auch neue Fotos und Texte u.a. Vorworte von Pfarrer Thomas A. Maier und B√ľrgermeister Stefan Martus. Kurz vor ihrem Tode hatte Aenne Burda, die Gattin unseres Ehrenb√ľrgers, noch die Zustimmung gegeben, das Gotteshaus als "Taufkirche Senator Dr. Franz Burda" offiziell bezeichnen zu d√ľrfen. Die Brosch√ľre kostet 4,80 Euro und ist in den √ľblichen Verkaufsstellen zu haben.

Ekkehard Zimmermann
Stadtanzeiger 20.12.2007
 

Erstmals ver√∂ffentlicht: F√ľrstbischof Johannes Hugo von Orsbeck, der den Bau der Kirche (1709) erm√∂glichte. Orsbeck war der unmittelbare Vorg√§nger von Damian Hugo von Sch√∂nborn
Foto: Stadtarchiv
 

Hieronymus Nopp hätte sich gefreut

Eröffnung des historischen Philippsburger Altstadt-Rundgangs

Unter starker Beteiligung der Bev√∂lkerung wurde feierlich der Philippsburger Altstadt-Rundgang er√∂ffnet. Die Stadt erhofft sich hierdurch nicht zuletzt Impulse f√ľr den Tages- und Radtourismus. B√ľrgermeister Stefan Martus und Volksbank-Vorstand Andreas Hoffmann enth√ľllten hierzu die "Start"-lnfotafel mit der Bezeichnung "Schloss". Ausgehend vom Philippus-Brunnen auf dem lle-de-Re-Platz sind an 17 Stationen
in der Stadt so genannte Pylonen im Boden verankert. Dies sind dreiseitige, farbige Informationss√§ulen, die auf der ersten Seite die Geschichte des Objektes am Standort und auf der zweiten Seite Bilder oder Kupferstiche der Objekte oder von Teilen aus fr√ľhe¬≠ren Tagen darstellen. Die dritte Seite zeigt jeweils einen Stadtplan mit den 17 Stationen. Mit dessen Hilfe wird man an jeder Station vorbeigeleitet, gleichg√ľltig, an welcher Stelle man mit dem Rundgang beginnt. Die vierte Dimension ist das historische Objekt in der heutigen Form am jeweiligen Standort. B√ľrgermeister Martus sagte in seiner Rede zur Er√∂ffnung des Rundgangs, dies bedeute die Erf√ľllung eines lang gehegten Wunsches. Er dankte dem Gemeinderat, der das Projekt von Beginn an sehr positiv angenommen habe, ebenso der Volksbank Bruhrain-Kraich-Hardt, vertreten durch Bankvorstand An¬≠dreas Hoffmann. Eine der "tragenden S√§ulen "im ganzen Ge¬≠schehen sei Ekkehard Zimmermann gewesen, der die Texte lieferte und Inhalt und Standort der Tafeln mit festgelegt habe und die ausf√ľhrende Firma Logikum unterst√ľtzt habe. Dank sagte er auch Dr. Dahmen als Vorsitzenden des Vereins der Zinnfigurensammler, der die Genehmigung gegeben hatte, Teile der entsprechenden Sammlung im Festungs- und Waffengeschichtlichen Museum zu fotografieren. Wertvolle Arbeit habe mit hervorragenden Fotos Wolfgang Bubenitschek und viel Arbeit im Vorfeld der st√§dtische Bauhof geleistet. Er freue sich, B√ľrgermeister einer Stadt zu sein, die eine solche geschichtliche Bedeutung aufweise. Das wenige Historische, das man noch habe, m√ľsse erhalten und gepflegt werden. Dank des neuen Rundgangs k√∂nne man ab jetzt interessierten Einheimischen, hoffentlich vielen Schulklassen und ausw√§rtigen Besuchergruppen die Geschichte der historischen und noch vor¬≠handenen Geb√§ude und Pl√§tze bildhaft vor Augen f√ľhren. "Wenigstens das sind wir unserer Stadtgeschichte schuldig."Im Foyer der Volksbank spielten Sieglinde Frank, Willi Ester und Kevin Gerl von der Musikschule zwei St√ľcke f√ľr Saxophon. Ekkehard Zimmermann erl√§uterte die inhaltliche Konzeption des Rundgangs. Bei der Auswahl der Sehensw√ľrdigkeiten habe die Historie eine besondere Rolle gespielt. Mit der Wiedergabe zeitgen√∂ssischer Kupferstiche und Zinnfiguren erfolge die Hinwendung zur geschichtlichen Dimension. Dies werde durch Fotos als Details aus dem Festungs- und Schlossmodell erg√§nzt. Alle Beschreibungen sind auch in Englisch und Franz√∂sisch wiedergegeben. Wenn Hieronymus Nopp, Philippsburgs be¬≠deutendster Sohn, vor allem als Historiker, dieser Feierstunde beiwohnen k√∂nnte, w√ľrde er sicher die heutigen Gef√ľhle der Freude und Dankbarkeit nachvollziehen, sagte Zimmermann.

Reeb
Stadtanzeiger 31.10.2007
 

Blickfang im Burda-Museumshof

Philippsburger Blumenbrunnenfest mit Musik, Braten und Bier

Es sind die B√ľrger, die einer Stadt ihr Gesicht geben. Ihre Aktivit√§t l√§sst wie in Philippsburg eine Stadt auch im w√∂rtlichen Sinn aufbl√ľhen. Das wurde jetzt mit einem Blumenbrunnenfest im Hof des Festungs- und waffengeschichtlichen Museums, auch Burda-Museum genannt nach dem hochherzigen Stifter und Sohn der Stadt Senator Dr. Franz Burda, geb√ľhrend gefeiert. Anlass hierf√ľr war nicht zuletzt die j√ľngste Erringung einer Bronzemedaille durch Philippsburg beim bundes¬≠weiten Entente-Florale-Wettbewerb "Unsere Stadt bl√ľht auf".
Zu dieser Auszeichnung hatte auch dieser mehrstufige Blumenbrunnen beigetragen, den die private B√ľrgerinitiative "Pro Philippsburg" unter Leitung von Gaby Verhoeven-Jacobsen bepflanzt, gepflegt und mit Terracotta-Elementen ausgestattet hatte. Beigeordneter Dieter Day dankte ihr jetzt im Namen der Stadt und des B√ľrgermeisters, der die Schirmherrschaft √ľber¬≠nommen hatte. Ein farbenfroher Blickfang sei damit geschaffen worden, lobte er die Initiative. Diese hatte im Vorjahr bereits K√§rrnerarbeit bei der Renovierung des Bahnhofs geleistet und ein Bahnhofsfest ausgerichtet. Mit all dem wolle man ein Zei¬≠chen setzen und den B√ľrgern Freude bereiten, sagte die Initiatorin. Begr√ľ√üen konnte sie auch Pfarrer Thomas Maier, Kreisrat Karlheinz Kerner und Polizeioberrat Peter Kremer, Leiter des Philippsburger Reviers.

W√§hrend die KaGe Narhalla f√ľr die Verk√∂stigung der G√§ste in den Bankreihen im Freien sorgte, spielten im Laufe des Tages der Musikverein Concordia Neudorf, die Badner Schalmeien Philippsburg und abends die Strassergarde Rheinhausen auf. Die Bankreihen waren voll besetzt von Zuh√∂rern, zumal nach den Wolken strahlend blauer Himmel sichtbar wurde. Die mit Hingabe spielenden Musiker erhielten Beifall √ľber Beifall. √úbri¬≠gens konnten sich Interessierte im Hof auch durch eine Equipe aus Polizei, THW und Feuerwehr ihr Fahrrad codieren lassen. Au√üerdem war gleich nebenan im Grundbuchamt eine reizvolle Ausstellung von Philippsburger Ortsansichten auf Bildern von (erwachsenen) Sch√ľlern des Malers Manfred Bentz und von dem verstorbenen Maler Fred Feuerstein aus der Zeit um 1985 zu sehen. Auch das Festungsmuseum selbst wurde von rund 70 G√§sten bei dieser Gelegenheit besucht.

Reeb
Stadtanzeiger 13.09.2007
 

Historisches Grabdenkmal gesichert

Geschichtlich wertvolle Grabsteine sollen erhalten bleiben

Das ehemalige Amtsst√§dtchen Philippsburg hat mit dem alten Teil seines Friedhofes ein wenig bekanntes Kleinod in Besitz. Hier haben sich im Gegensatz zu anderen Landgemeinden historische Grabm√§ler, Kreuze und Bildwerke ab Anfang des 19. Jahrhunderts erhalten. Man kann auf diesem Friedhof die ver¬≠schiedenen Formen und k√ľnstlerischen Ausf√ľhrungen von Grabanlagen bis in unsere heutige Zeit anschaulich erleben. Man steht vor Gr√§bern wie dem des badischen Amtmanns Keller aus dem Jahre 1838, aber auch die letzten Ruhest√§tten von B√ľrgermeistern und Pfarrern der Stadt Philippsburg haben sich erhalten. Gedenksteine, die die Namen der alten Philippsburger Geschlechter wie Breitner, Hildenstab, Nopp, Maurer usw. tra¬≠gen und die zum Teil Auskunft √ľber T√§tigkeit und Beruf geben, zeugen von der Geschichte der alten Festungsstadt und ihrer B√ľrger.

In j√ľngster Zeit drohte nun die Gefahr, wegen der Neubelegung eines Grabes einen weiteren historischen Grabstein f√ľr immer zu verlieren. Es ist das Grab von Nikolaus Maurer und seiner Frau Katharina geb. Colgan.

Nikolaus Maurer ging als junger Mann im Jahre 1858 mit anderen Philippsburgern nach Australien, um dort sein Gl√ľck zu machen und Gold zu suchen. Dort lernte er die aus Irland stammende Katharina kennen und lieben. 1869 heirateten die beiden in Australien und entschlossen sich, ihr weiteres Leben in Europa, in Philippsburg zu verbringen. Mit dem verdienten Geld wollte man hier eine neue Existenz aufbauen. Als die beiden in Heidelberg ankamen, wurde Nikolaus verhaftet, weil er ohne den Milit√§rdienst abzuleisten nach Australien gegangen war. Dieses musste er nun nachholen und zu seinem Ungl√ľck war auch noch der Krieg 1870/71 ausgebrochen, den er zwangsweise mitmachen musste. Die Eltern, die eine Ausl√§nderin als Schwiegertochter nicht akzeptieren wollten, holten Katharina in Heidelberg nicht ab, setzten ihren Sohn √ľber diese Tatsache aber nicht in Kenntnis. Die schwangere Katharina war nun ganz alleine in Heidelberg und entschloss sich aus dieser schlimmen Situation heraus, in ihre Heimat, nach Irland zu Verwandten zu reisen. Dort brachte sie am 11. April 1871 ihre Tochter Elisabeth zur Welt. Nikolaus wurde 1872 aus dem Milit√§rdienst entlassen und musste feststellen, dass seine Katharina in der Familie nicht aufgenommen worden war. Er reiste nach Maas in Irland, wo er Frau und Tochter in die Arme schlie√üen konnte. Gemeinsam reisten sie zur√ľck und kauften am 3. Mai 1872 das Gasthaus "Zum Adler" in Philippsburg. Nikolaus Maurer verstarb schon am 21. Mai 1881 als angesehener Adlerwirt. Katharina verstarb im Alter von 79 Jahren und hat weder das hei√üe Australien noch das gr√ľne Irland je wieder gesehen. Die in Naas geborene Tochter Elisabeth heiratete am 11. Oktober 1892 Franz Hermann Odenwald, der das Gasthaus "Zum Adler" weiter betrieb.

Die Stadt Philippsburg ist schon jahrelang bem√ľht, diese geschichtlichen Denkm√§ler f√ľr die Nachwelt zu sichern. Im j√ľngsten Fall erkl√§rten sich die Nachfahren bereit, die nicht unerheblichen Kosten f√ľr die Restauration und Versetzung des alten Grabsteins aufzubringen. Gleichzeitig entschloss man sich, am oben genannten und an dem in der N√§he liegenden Grabstein von Heinrich Maurer, er war B√ľrgermeister von Philippsburg w√§hrend der Revolution 1849, je eine Hinweistafel aufzustellen. F√ľr die Unterst√ľtzung beim Anfertigen der Hinweistafeln m√∂ch¬≠ten wir uns bei den Firmen Schreinerei Peter Steinel und T&S (Tomic & Glavas) Metallbau und Blechbearbeitung sehr herzlich bedanken. Die Hinweistafeln erm√∂glichen es in Zukunft auch B√ľrgern ohne tiefe Kenntnisse der Heimatgeschichte, unmittebar am Objekt Einblicke in die hiesige Geschichte zu nehmen.

R√ľdiger Herberger (‚Ć 2007)
Stadtanzeiger 06.09.2007
 

"Im Schatten der Festung"

Philippsburger Geschichte in einer Zusammenschau von Yvonne Zimmermann

Das Wesen der Geschichte √∂ffnet sich weniger in der Zusammenf√ľhrung von Jahreszahlen und eigentlichen Fakten, sondern der Zusammenschau und dem In-Beziehung-Setzen der Entwicklungen, Ereignisse, Gr√ľnde und Folgen. Ist dies schon in kaum Vergangenheit gewordener Gegenwart oft genug schwierig und nicht immer leicht zu l√∂sen, so trifft es in ungleich st√§rkerem Ma√üe f√ľr eine Jahrhunderte zur√ľckliegende Vergangenheit zu. Manches mag mit dem zeitlichen Abstand sp√§ter klarer werden. Und doch sind die Einsch√§tzungen von Ereignis¬≠sen, das Wissen, aber auch die Empf√§nglichkeit f√ľr das Erkennen der Zusammenh√§nge nie eine einfache Sache, nicht zuletzt abh√§ngig von der Betrachtungsweise des Einzelnen.

Yvonne Zimmermann, die ihr Studium der Germanistik und Geschichte beendet hat und zu promovieren beabsichtigt, hat kurz vor ihrem vorläufigen Weggang aus der Region nach jenseits des Kanals in der Philippsburger Stadtbibliothek einen Vortrag "Im Schatten der Festung" gehalten. Der Untertitel "Das Ver­hältnis von Philippsburg zu Oberhausen-Rheinhausen von Be­ginn bis zur Mitte des 17. Jahrhunderts" weckte dabei sicher besonderes Interesse, wenn auch die Angaben hierzu wahr­scheinlich nicht so sehr umfänglich sind. Von den Speyrer Bischöfen und wechselnden Herren, Abgaben und Bestechungen hörte man, auch der strengeren Aufsicht durch diese Obrigkeit, nachdem sie von Speyer nach Philippsburg gewechselt war.

Freilich lassen sich viele historische Situationen nicht verallgemeinern. Gerade f√ľr Udenheim/Philippsburg gilt aber auch das Wort, dass es sich unter dem Krummstab (des kirchlichen Herrn) gut leben lasse. Eine besondere Rolle des Vertrags spiel¬≠ten dann Vorgeschichte und Entwicklung des 30-j√§hrigen Krieges, F√ľrstbischof Philipp von S√∂tern und die verschiedenen Festungsbauma√ünahmen, Reminiszenzen an ein oft sehr disso¬≠nantes Konzert der in Europa um Einflusserweiterung bem√ľh¬≠ten verschiedenen M√§chte. √úber Hauptmann Bamberger und den Marschall Turenne, das enorme Leiden und Sterben unter der Bev√∂lkerung durch Krieg und Pest spannte sich der Bogen bis zum Frieden 1648 und die noch Jahre andauernde weitere franz√∂sische Herrschaft in Philippsburg und seinem Umland. Kerstin Egle bedankte sich bei der Referentin abschlie√üend f√ľr die Stadtbibliothek mit einem Blumenstrau√ü.

Reeb
Stadtanzeiger 29.06.2007
 

"Nooit meer oorlog - Nie wieder Krieg" als flämisches Vermächtnis

Wehm√ľtiger Abschiedsbesuch nach 34 Jahren Philippsburg-Fahrten

In den letzten schlimmen Kriegsjahren 1944 - 45 verteidigten mit den deutschen Truppen auch blutjunge fl√§mische Flaksoldaten das zusammenbrechende Reich am Rhein. Viele gaben ihr Leben. In Philippsburg und Rheinsheim, Liedolsheim, Ru√üheim, Bellheim, Germersheim und Lingenfeld k√§mpften sie. Einige wenige blieben in Deutschland, heirateten hier. Die anderen kehrten zur√ľck in ihre Heimat Flandern, wo viele vom Staat gnadenlos als Verr√§ter verfolgt wurden. Die menschliche Zuwendung und Hilfe durch die deutsche Bev√∂lkerung am Rhein verga√üen sie nie. Sie kamen zur√ľck dorthin, wo sie mitgek√§mpft und gelitten hatten, aber auch menschlich aufgenommen worden waren.

34 Jahre lang ohne Unterbrechung fuhr der Freundeskreis der fl√§mischen Flaksoldaten seit 1974 mit Familien, Bussen und Privatwagen zu Freundschaftstreffen zur√ľck nach Philippsburg. Jetzt kamen rund achtzig von ihnen mit Angeh√∂rigen √ľber Pfingsten zu einem ber√ľhrenden letzten offiziellen Besuch. Etwa zwanzig Altsoldaten leben nur noch. Viele waren gerade 17 Jahre alt bei Kriegsende. Sie sind inzwischen um die achtzig, viele schon verstorben, und die M√ľhe des Reisens wird zu gro√ü. In den besten Zeiten waren es bis zu 240 Flamen, die ihre j√§hrlichen Pfingstbesuche bei den Freunden in Philippsburg abstatteten. Der "Vriendenkring Vlaamse Flak" mit Sitz in Antwerpen hat in Dries Timmermans schon lange einen unendlich r√ľhrigen Vorsitzenden, dessen Einsatz man auch in ihrer Vierteljahreschrift "Wachtpost" nachlesen kann. Von dem heute 83-J√§hrigen stammt auch ein umfangreiches Werk √ľber die fl√§mische Beteiligung auf deutscher Seite w√§hrend des Krieges.Die symbolhafte Bindung der Flamen an Philippsburg fand bereits 1986 sichtbaren Ausdruck in der Errichtung eines Denkmals f√ľr die gefallenen fl√§mischen Soldaten auf dem Philippsburger Ehrenfriedhof. Damit war f√ľr die √úberlebenden und ihre Angeh√∂rigen ein Ort der Erinnerung und R√ľckbesinnung, des Kraftsch√∂pfens in der ruhegebenden Stille der friedh√∂flichen Parklandschaft gefunden. Flankiert vom fl√§mischen Fahnentr√§ger begr√ľ√üte dort B√ľrgermeister Stefan Martus die fl√§mischen Freunde in traditioneller Herzlichkeit, dankte ihnen f√ľr ihre treue Verbundenheit mit Einwohnern und Stadt Philippsburg und ver¬≠sicherte ihnen, dass auch ohne Besuche k√ľnftig das fl√§mische Denkmal instandgehalten und gepflegt werde. Der fl√§mische Vorsitzende Timmermans, der sich besonders √ľber die Anwesenheit des seinerzeit in Philippsburg gebliebenen Flamen Wim Heedfeld freute, dr√ľckte seine Dankbarkeit gegen√ľber Stadt, drei B√ľrgermeistern in Folge - D√ľrrschnabel, Schmidt und Martus - und der Einwohnerschaft f√ľr die jederzeit freundschaftliche Aufnahme aus, ebenso dem anwesenden Heimatvereinsvorsitzenden Hugo Wunsch, Salmclub, Museumsbauverein, F√∂rderverein Felsenkeller und dem Fidelia-Chor Oberhausen. Sein Dank galt auch der katholischen Pfarrgemeinde St. Maria und den Pfarrern Otteny und Killer, ebenso den anwesenden Damen vom VdK-Vorstand Adelheid Wagner und Gabriele Brecht sowie dem Ehepaar Dahm.

 

An den Gr√§bern der fr√ľheren VdK-Vorsitzenden Emil Michal und Franz Rau auf dem allgemeinen Friedhof legten die Flamen Blumen nieder und gedachten der ihnen so verbundenen Verstorbenen.

Am Abend fand in St. Maria ein besonderer Gottesdienst zum letzten Besuch der Flamen statt, ehe man sich in deutsch-fl√§mischer Runde zum Abschiedsessen im SKC-Bootshaus am Rhein einfand. Geschenke und Ehrengaben wurden ausgetauscht. Der B√ľrgermeister empfing f√ľr die Stadt ein Gem√§lde mit dem Emblem der Flamen, der Heimatverein √ľbergab seinerseits eine Arbeit √ľber die Rheinbr√ľcke.
Das Verm√§chtnis f√ľr die fl√§mischen wie die deutschen Teilnehmer des Abschiedsbesuches waren wohl die Schlussworte von Dries Timmermans schon am Morgen am Denkmal auf dem Friedhof: "M√∂ge dieses Ehrenmal, ewiger stiller Zeuge eines sinnlosen Krieges, unseren Wunsch nach Frieden erf√ľllen. Wir alle tr√§umen von einem vereinten Europa, in dem kein Platz mehr sein wird f√ľr Kriegsgewalt." "Nie wieder Krieg - Nooit meer oorlog!"

Reeb
Stadtanzeiger 31.05.2007
 

Erhaltene Mörserbombe aus dem 18. Jahrhundert gefunden
 

Auf einer Gro√übaustelle am Rande der Stadt wurde durch aufmerksame Arbeiter eine gro√ükalibrige M√∂rserbombe gefunden und von der Polizei sichergestellt. Wie Revierleiter Peter Kremer mitteilt, ist die etwa 60 kg schwere Kugel vermutlich heute noch mit Sprengstoff (Schwarzpulver) gef√ľllt und musste daher umgehend dem Kampfmittel-Beseitigungsdienst Stuttgart zum Abtransport √ľbergeben werden. Das Auffinden von Kanonenkugeln, Granaten und Bomben aus der Festungszeit ist in Philippsburg an sich keine Besonderheit. Immer wieder legt der √ľber Jahrhunderte umk√§mpfte Boden Splitter von Granaten und vor allem St√ľckkugeln verschiedenster Geschoss-Gr√∂√üen frei. Das Auffinden bzw. Ausgraben einer M√∂rserbombe dieser Gr√∂√üe als "Blindg√§nger" ist jedoch eher selten. Aus diesem Grunde veranlasste B√ľrgermeister Stefan Martus sofort einen Brief an die Stuttgarter Dienststelle mit der Bitte diesen neuesten Fund nach seiner Entsch√§rfung der Stadt zur√ľckzugeben. Im Festungs- und Waffengeschichtlichen Museum kann die dort vorhandene Sammlung damit weiter erg√§nzt werden.
Es spricht vieles daf√ľr, dass dieses Relikt von der Belagerung anno 1799 stammt. Da M√∂rser f√ľr das Werfen von solchen gusseisernen schweren Bomben, die oft auch noch mit Eisensplittern zus√§tzlich gef√ľllt waren, eine kurze Distanz zum Angriffziel brauchten, weist der Fundort im Festungsvorfeld auf die Abschussrichtung hin. Um sich eine Vorstellung von solchen Beschie√üungen zu machen, seien belegte Zahlen aus franz√∂sischen Archiven genannt. Bei der Belagerung von 1734 beispielsweise wurden allein 25.000 Bomben, 86.000 "gl√ľhende" Kugeln und ca. 30.000 Sprenggranaten eingesetzt. Dabei ist die Menge der auf die Angreifer abgefeuerten Geschosse, da unbekannt, nicht eingerechnet.

Ekkehard Zimmermann
Stadtanzeiger 16.05.2007
 

Pfälzisch - Melodie einer Landschaft und ihrer Menschen

Herrliche Vorträge von Speyers OB Werner Schineller und Wilhelm Kraft

Historisch verbunden sind die Domstadt Speyer und die einstige Festungsstadt Philippsburg seit Jahrhunderten auf mannigfache Weise. Neues Leben erhielt die Verbindung unl√§ngst durch einem Besuch des neuen Philippsburger B√ľrgermeisters Stefan Martus bei seinem Speyerer Amtskollegen OB Werner Schineller, zusammen mit dem Heimatvereinsvorsitzenden Hugo Wunsch und dem Salmclub-Ehrenvorsitzenden Ekkehard Zimmermann. Aus der H√∂flichkeitsvisite wurde mehr. Jetzt bedankte sich Martus in der wohlgef√ľllten Philippsburger Jugendstil-Festhalle f√ľr "die wunderbare Idee", die zu so einer ganz anderen Art von Gegenbesuch gef√ľhrt hatte. Und OB Schineller leitete ein, "es gibt Besuche, die bleiben nicht ohne Folgen". Jetzt m√ľndete er in einen k√∂stlichen Abend mit Schinellers Mundartvortrag "Pf√§lzisch f√ľrs Leben", immer im Wechsel mit fr√∂hlichen, bed√§chtigen und auch mal deftigen Liedern zur Gitarre von Wilhelm Kraft mit seiner warmen, sonoren Stimme. Es war ein herzerfrischender Abend, mit Wort und Klang besun¬≠gen das kleine Paradies pf√§lzischer Heimat und Lebensweise, dem doch recht artverwandten badischen Nachbarn vergn√ľglich dargestellt. Gro√ü erkl√§ren m√ľsse man den Leuten im Saal das Pf√§lzische ja nicht, meinte Schineller, denn gegen die schw√§bisch¬≠alemannische Nachbarschaft abgeschottet sei Philippsburg ja eigentlich eine pf√§lzische Sprachinsel. "Kurzum, wir verstehen uns". Und Wilhelm Kraft, der Westfale, aber l√§ngst in Speyer "eingeb√ľrgert", lie√ü gleich h√∂ren "Die Leit hier in Baden sind anders als in Schwaben". Mancherlei bunter Querschnitt, gemischt aus Historie und Hist√∂rchen, aus der Pfalz und √ľber die Pf√§lzer, Speyer und die Speyerer insbesondere, folgte mit kurzweiligen und typischen Leseausschnitten und Anmerkungen, Zitaten und Anekdoten von und √ľber Pf√§lzer und die, die sie beobachteten, sie lieben oder unter ihnen litten, irgendwie von der besonderen Lebensart jedenfalls meist angesteckt wurden. Zimperlich sind die Pf√§lzer wohl in der Tat nicht, eingeteilt in jene f√ľnf Klassen der je nach Aufenthaltsdauer in Speyer "Hergeloffenen" als j√ľngste Mitb√ľrger am unteren Ende der Werteskala √ľber die Fremden, die Hiesigen zu den Eingesessenen und Alteingesessenen, den Althiesigen. Und die sahen auf die anderen "wie ehrbare B√ľrger auf Lumpenpack herab", hatte es da einer recht drastisch beschrieben. Und wie liebenswert werden sie in Schriften der Pf√§lzer Mundartdichterin Lina Sommer oder von Paul M√ľnch dargestellt. Aber dann auch als ungem√ľtlich, wenn sie sich ungerecht behandelt f√ľhlen. Unendlich die Zahl der √Ąu√üerungen und Meinungen √ľber die Pf√§lzer, wovon Schineller genug Kostproben bereithielt. Und ihre Sprache. Sie sei die Menschheits-Ursprungssprache, sagt der eine, der Bayer empfindet sie als Zumutung, der Sachse gar als Krankheit. Andere aber waren traurig wie Lieselotte von der Pfalz, weil in Paris keiner Pf√§lzisch schw√§tze k√∂nne. Nicht fehlen konnte der Pf√§lzer Wein an diesem Abend, "doch Alkohol, die Lumpebrieh, die sauft e guder P√§lzer nie". Wenngleich der Riesling in der Blutbahn und der Morio gut seien f√ľr die Libido", wie ein wohl Erfahrener mal konstatiert hat. "Oh liebes altes Speyer" - ein letztes Lied eines langen Abends, und die beiden Botschafter des lieben und guten neuen Speyer bekamen mit allem Applaus einem herzlichen und ber√ľhrenden Abschied von alten und neuen Philippsburger Freunden Pf√§lzer Lebensart.

Mit Wein, aber weder aus der Pfalz noch aus Baden, so von der Partnerinsel He de Re¬ī bedankte sich B√ľrgermeister Martus bei Werner Schineller und Wilhelm Kraft. Ein H√∂hepunkt sei dieser Abend in Philippsburg gewesen, Weiteres solle folgen. Anschlie√üend erl√§uterte Ekkehard Zimmermann den G√§sten eine kleine, extra in der Festhalle arrangierte Auswahl von Darstellungen mit Speyerer Bezug aus der j√ľngst erstmals pr√§sentierten reichhaltigen Philippsburger Kupferstichsammlung.

Reeb
Stadtanzeiger 16.05.2007
 

Fotos: Reeb
 

LH

Unschätzbare Bedeutung als Zeitdokumente

Aussteilungspremiere Philippsburger Kupferstiche

Als erste Ausstellung dieser Art pr√§sentierte die Stadt Philippsburg in enger Zusammenarbeit mit der Sparkasse Karlsruhe im Foyer der Bank in Philippsb√ľrg eine exemplarische Auswahl aus 459 historischen Stichen, Zeichnungen und Dokumenten zur Philippsburger Geschichte. Sie betreffen vor allem die Festungsvergangenheit zwischen 1615 und 1801 sowie Pl√§ne der Zerst√∂rung und vom Wiederaufbau nach 1801. Sie berichten aus einer Zeit, als Philippsburg √ľber Jahrhunderte eine ungew√∂hnliche Bedeutung im europ√§ischen Geschehen hatte. Sparkassendirektor Manfred Blum, der die gro√üe G√§steschar begr√ľ√üte, beschrieb neben dem Kunstwert die unsch√§tzbare Bedeutung der Kupferstiche als Zeitdokumente, w√§hrend heute t√§glich weltweit neue Bilder √ľber die Bildschirme flimmern, habe man vor Jahrhunderten wichtige Nachrichten und Ereignisse in Kupfer gestochen. Damals wie heute gelte, dass ein Bild mehr als tausend Worte sage. Die Sparkasse sei stolz, so Blum, dass diese Ausstellungspremiere Ph√ľippsburger Stiche in ihrem Hause stattfinde. Dank der Initiative von B√ľrgermeister Martus seien Kostbarkeiten, die lange im Verborgenen geruht h√§tten, zu neuem Leben erweckt worden und k√∂nnten erstmals √∂ffentlich gezeigt werden. Seinem Haus bedeute Philippsburger Kulturf√∂rderung eine Herzensangelegenheit als Teil der gesellschaftlichen Aufgaben.

B√ľrgermeister Martus sagte, als er Ekkehard Zimmermann gebeten habe, die im Festungs- und Waffengeschichtlichen Museum vorhandenen Stiche zu sichten, zu katalogisieren und zu bewerten, habe er nicht geahnt, welche Kostbarkeiten die Stadt besitze. Dort, im Keller der Musikschule, im Rathaus und andernorts konnten insgesamt 459 Stiche und Zeichnungen ausfindig gemacht werden, die zun√§chst angemessen gerahmt werden mussten. Als Sponsor dankte Martus Karl Herd, Inhaber der Firma KHW, f√ľr gro√üz√ľgige finanzielle Unterst√ľtzung. Sein weiterer Gru√ü galt J√ľrgen Asmus von der Firma Blue Chip, der f√ľr die fachm√§nnische Rahmung verantwortlich zeichne und der Stadt preislich entgegengekommen sei. Wertvolle Arbeit habe auch der st√§dtische Bauhof geleistet, der Aufbewahrungskisten angefertigt hat. Nach dem Bezug des neuen Rathauses wolle man in Wechselausstellungen die ganze Sammlung der √Ėffentlichkeit zug√§nglich machen. Das wenige Historische, das man noch habe, m√ľsse man erhalten und pflegen. Alle Kr√§fte, die dies genauso s√§hen, h√§tten in ihm einen F√ľrsprecher. Zu gro√üem Dank verpflichtet sei die Stadt insbesondere auch der Sparkasse. Besonderen Dank sagte er Ekkehard Zimmermann, der die Ausstellung konzipiert hatte. Der verwies darauf, dass der Historiker und B√ľrgermeister Hieronymus Nopp schon 1885 begonnen habe, eine Art Kupferstichkabinett anzulegen, was durch Ank√§ufe und Stiftungen sp√§ter immer wieder erweitert wurde. Stadt, Gemeinderat und Heimatverein (HV) h√§tten im Bem√ľhen, das Erbe zu bewahren, vor wenigen Jahren vor allem durch Unterst√ľtzung des HV-Vorsitzenden Hugo Wunsch in Paris eine Kopie des Festungsmodells anfertigen lassen. Auch der Erwerb von Pl√§nen von Clairac aus der Zeit um 1740 geh√∂re hierzu. Schlie√ülich wurde auch ein Schlossmodell gefertigt, das von Dieter Rauh und Familie gestiftet wurde. Zimmermann fasste zusammen, dass im Rahmen einer von B√ľrgermeister und Rat gef√∂rderten intensiven Stadtmarketing-Strategie alle diese Sehensw√ľrdigkeiten eine immer gr√∂√üere Rolle spielten. Die jetzigen drei√üig Exponate seien nur ein kleiner Ausschnitt. Nun k√∂nne man auch besser themenspezifische Ausstellungen bestreiten und sich andernorts pr√§sentieren.

Herzlichen Dank wurde dem Blockfl√∂tenensemble der Musik- und Kunstschule f√ľr die musikalische Begleitung der Ausstellungser√∂ffnung gesagt.

Die Ausstellung ist bis 17. Mai in der Sparkasse in Philippsburg zu den √ľblichen Gesch√§ftszeiten zu sehen.

Reeb
Stadtanzeiger 03.05.2007
 

Vordem Kupferstich "Captum Philisburgum anno 1676", detaillierte Darstellung der Attacke der Deutschen, von Romanus de Hooghe, Amsterdam.

V.l.n.r.: Sponsor Karl Herd, Sparkassendirektor Manfred Blum, B√ľrgermeister Stefan Martus.
Rechts vom Bild Vortragender Ekkehard Zimmermann, die Unterst√ľtzer J√ľrgen Asmus und Manfred Bentz

Fotos: Reeb

Vor Philippsburg 1688

Vaubans "Neue Waffe" ließ die Festung beben Erinnerungen zum 300. Todestag des französischen Festungsbaumeisters

Im September 1688, zu Beginn des orleanischen Krieges um das pfälzische Erbe der Liselotte, belagerten die Franzosen mit einem Heer von 50.000 Mann erneut die Festung Philippsburg, die sie zwölf Jahre zuvor nach 32-jähriger Okkupation schmählich verlassen mussten.

Das schnelle Heranr√ľcken des Feindes kam √ľberraschend und hinderte die Reichstruppen daran, Philippsburg noch rechtzeitig zu verst√§rken. So stand der Kommandant Graf Maximilian von Starhemberg mit nur 1.600 einsatzf√§higen M√§nnern einer √ľberlegenen Armee gegen√ľber, der es an nichts fehlte. Die "Ordre de Bataille" weist die ber√ľhmtesten Namen von M√§nnern auf, die sich im Gefolge des Dauphin befanden: u.a. die Generale Monclas und Catinat, sowie die Marschalle Duras und Vauban. Letzterer kannte die Festung so gut wie seine Westentasche; wurde doch nach seinen Baupl√§nen der Platz mit dem Kr√∂n- und dem Hornwerk bis zum Rhein hin erweitert und der Br√ľckenkopf (Rheinschanze) jenseits des Stromes mit neu angelegten Werken erheblich verst√§rkt.

Bei dieser gro√ü angelegten Belagerung war der erfinderische Festungsarchitekt und Genie-Offizier besonders r√ľhrig und √ľberraschte die Verteidiger mit seinen neuesten Angriffsmetho¬≠den, die bereits in Lilie und Maastricht mit Erfolg umgesetzt wurden - dem ber√ľhmten Parallelsystem und dem Einsatz schwerer M√∂rser. Dem konnten die tapferen Verteidiger auf Dauer nicht standhalten. Nach 32 Tagen Belagerung und Beschie√üung war die Garnison v√∂llig ersch√∂pft: Starhemberg lie√ü die wei√üe Flagge ziehen und verlangte die Kapitulation. Unter den Milit√§rs kursierte die Meinung: "Eine von Vauban belagerte Stadt, ist eine eingenommene Stadt."

Vauban hat 160 Festungen gebaut bzw. ver¬≠st√§rkt, an 49 Belagerungen teilgenommen wo¬≠bei er insgesamt sechsmal verwundet wurde. Er stand 57 Jahre lang ununterbrochen im Dienst seines K√∂nigs LouisXIV., der ihn 1678 zum Generalinspekteur des Festungswesens ernannte. Sp√§testens dann war er st√§ndig, ent¬≠weder zu Pferd oder in seiner von Maultieren gezogenen Kutsche und bei jedem Wetter von einer Grenze Frankreichs zur anderen unter¬≠wegs, unerm√ľdlich und seinem Souver√§n er¬≠geben.

Wer nun glaubt, Vauban w√§re nichts anderes gewesen als ein ruheloser Baumeister, Stratege und Soldat, der sieht sich get√§uscht, das Gegenteil war der Fall. Angesichts der zahlreichen Facetten seiner au√üergew√∂hnlichen Pers√∂nlichkeit schwindelt es einem, sich all seiner Ta¬≠en und Lehren zu erinnern, die er der Nachwelt auch als Volkswirt, Politiker, Philosoph in seinen B√ľchern und in seinen Briefen hinterlassen hat. Dar√ľber hinaus war er ein Mann mit ausgepr√§gten l√§ndlichen Neigungen, einem gesunden Menschenverstand und gro√üem Einfallsreichtum.

Vauban erfand u.a. das Gewehr mit Bajonett, den M√∂rser und den Ricochettschuss und er f√ľhrte die Kaserne als Soldatenunterkunft in den Garnisonen ein.

Dabei blieb er stets bescheiden, beeindruckte durch seinen Mut und seine K√ľhnheit auf milit√§rischer und literarischer Ebene, geizte aber auch nicht mit harten Worten, wenn es darum ging von Louvois (Kriegsminister unter Louis XIV.) die n√∂tigen Kredite zu erhalten, die er f√ľr die Verteidigung des Landes f√ľr erforderlich hielt.
Eine weitere Erfindung darf dabei nicht au√üer Acht gelassen werden: die Sch√∂pfung des "Planreliefs" zum Zwecke der milit√§rischen Nutzung. So wurden seit 1668 - Datum der Auftragserteilung durch Louis XIV.und Louvois - die ber√ľhmten Reliefpl√§ne angefertigt, von denen heute noch 129 vorhanden sind, darunter auch das Philippsburger Festungsmodell. Es dr√§ngt sich nun zwangsl√§ufig die Frage auf; was hat diesen begnadeten Zeitgenossen, der bei den Karmelitern in Semur-en-Auxois studierte, wo man ihn schnell als begabten Rechner und Zeichner erkannte, dazu bewogen, die milit√§rische Laufbahn einzuschlagen? Die Antwort ist schnell gefunden: Was blieb dem 17-j√§hrigen Sebastien Le Prestre de Vauban damals anderes √ľbrig, als seine √ľberdurchschnittlichen F√§higkeiten bei den Milit√§rs unter Beweis zu stellen und dort seinen Erfolg zu suchen? Als Sohn einer v√∂llig verarmten Adelsfamilie - geboren in St. Leger-de-Fougeret in der Bourgogne, das auf Gehei√ü von Napoleon l. in St. Leger-de-Vauban umbenannt wurde - wuchs der Junge in bescheidenen Verh√§ltnissen auf. Vauban erkl√§rte es sp√§ter einmal mit seinen eigenen Worten: "Ich wurde als √§rmster der Edelleute geboren."

Als Conde und sein Regiment im Schloss von Vezigneux in der Nähe lagerten, meldet sich der junge Sebastien in Bauernkleidung bei den Vorposten und wird angeworben.
 

LH

Vauban's "Neue Waffe" ließ die Festung beben Erinnerungen zum 300. Todestag des französischen Festungsbaumeisters

Bei der Belagerung von Sainte Menehould machte Vauban zum ersten Mal auf sich aufmerksam. Kardinal Mazarin wurde von seinen auffallenden Begabungen unterrichtet, holte ihn zu sich und stellte ihn bald darauf in den Dienst des K√∂nigs. F√ľr die Eroberung von Maastrich, bei der d'Artagnan sein Leben verlor, erhielt Vauban von Louis XIV.eine Belohnung von 80.000 Pfund. Dank dieser bedeutenden Gratifikation konnte es sich der Marschall erlauben, die verlorenen L√§ndereien seiner Familie und das kleine Chateau von Bazoches-du-Morvan im Jahre 1675 zur√ľckzukaufen.

Nachdem Vauban das Schloss dem Familienbesitz wieder einverleibt hatte, machte er daraus eine kleine Milit√§rgarnison; Soldatenunterk√ľnfte entstanden und Pferdest√§lle wurden gebaut. Auf dem Zwischenwall √ľber dem Curetal entstand ein neuer Geb√§udeteil - die Galerie.

Darin richtete der Hausherr sein Planungsb√ľro ein; von hier aus wurden die Anweisungen des Baumeisters von berittenen Eilboten in alle Teile des Landes verschickt. Wenn Vauban von Bazoches sprach, redete er von zuhause. Er liebte das Schloss seiner Ahnen und die l√§ndliche Idylle der Bourgogne, in der er gro√ü geworden war mehr als das h√∂fische Leben am Hofe von Versailles, f√ľr das der bodenst√§ndig gebliebene Marschall - im Gegensatz zu den H√∂flingen - zu offen und zu ehrlich erschien. Bez√ľglich Bazoches' schrieb ihm der Graf von Ponchartrain, oberster Finanzkontrollbeamter und sp√§terer Kanzler von Frankreich: "Man muss annehmen, dass der Aufenthalt in Bazoches gro√üen Reiz hat, da er uns ihrer Anwesenheit beraubt". Sein Herrenhaus in Paris, in der Rue Saint Vincent, diente ihm lediglich als vor√ľbergehende Unterkunft. Seltsamerweise verschied Vauban gerade dort am 30. M√§rz 1707. Siebzehn Tage nach seinem Tode wurde sein Leichnam nach Bazoches √ľberf√ľhrt und in der Dorfkirche begraben

Unter einer Steinplatte neben dem Hauptaltar hat der ber√ľhmteste Festungsbaumeister seiner Epoche eine, von ihm selbst gew√§hlte, √§u√üerst ruhige und mehr als bescheidene Grabst√§ttegefunden. Ein Poet hat diesen bewundernswerten Flecken einmal wie folgt beschrieben: "Hier ist nichts gek√ľnstelt oder unnat√ľrlich; alles klingt echt, das Authentische und das Greifbare in einem Dekor einfacher und majest√§tischer Harmonie von seltener Intensit√§t; ein Gef√ľhl unsagbaren Friedens und namenlosen Gl√ľcks". Wenn man durch Frankreich f√§hrt und sich Zeit l√§sst, kann man noch einige seiner herrlichen Stadttore und Zitadellen bewundern, von denen viele noch erhalten sind.

Dabei d√ľrfen die beeindruckenden Festungen am Meer nicht √ľbersehen werden, zumal eine davon, die Festung Saint Martin de Re, f√ľr viele geschichtsbewusste Philippsburger als Modell und als Ersatz ihrer abgetragenen Festung betrachtet werden kann.

So wird die Partnerschaft mit der lle de Re auch dazu beitragen, die Erinnerungen an Vauban aufzufrischen und den ehemaligen Gegner nicht mehr als Feind, sondern im Licht eines großen Europäers erscheinen zu lassen.

Ulrich J. Pfitzenmeier
Stadtanzeiger 28.03.2007 und 03.05.2007
 

Ehrung und Vermächtnis des letzten Kommandanten
F√ľrstenpaar Salm-Horstmar beim Philippsburger Festakt
 

Der letzte Kommandant der Reichsfestung Philippsburg, Feldmarschall-Leutnant Rheingraf Carl August von Salm-Grumbach, verteidigte in den II.Koalitionskriegen von 1792-1801 die Festung gegen die franz√∂sischen Revolutionstruppen. Von Salm wird die √Ąu√üerung kolportiert: "Die Festung wird nicht√ľbergeben, und wenn mir das Schnupftuch in der Tasche brennt." Im Ergebnis wurde die Stadt Philippsburg 1799 von der franz√∂sischen Artillerie in Schutt und Asche gelegt. Salm galt als gl√§nzender Soldat. Aber seine bleibende historische Stellung hatte er sich mit der nachfolgenden Hilfsaktion f√ľr die darbende Bev√∂lkerung geschaffen. Der Verteidiger starb mit nur 58 Jahren am 8. September 1800 hinter den unbezwungenen W√§llen seiner Festung. Aber nicht nur Garnison und Bev√∂lkerung bereiteten ihm ein feierliches Begr√§bnis. Als Zeichen der Wertsch√§tzung wurde die Zeremonie von ehrenden Salutsch√ľssen der feindlichen franz√∂sischen Belagerungstruppen begleitet. Nicht der milit√§rische Einsatz, es war die menschliche Gr√∂√üe, die Menschlichkeit, die dem Rheingrafen von Salm auf beiden Seiten zu seiner historischen und dauernden Gr√∂√üe verhalf. Das Hineinwirken der Vergangenheit in die Zukunft macht nun die Bedeutung des Geschehens in die Gegenwart aus.

Auf dem Philippsburger Friedhof steht die √ľbermannshohe Salm-Pyramide, die nicht die eigenen Leute, sondern der franz√∂sische General Chapelle damals in ehrendem Andenken an einen ritterlichen Gegner und Menschen aus Festungssteinen erbaut und √ľbergeben hatte. 1811 wollte die Familie von Salm die Pyramide mit einer Inschrift versehen, was aber bis jetzt unterblieb. Dieses Manko haben nun der heimatgeschichtliche Arbeitskreis Club Rheingraf von Salm und die Stadt Philippsburg beseitigt und eine Bronzetafel aus der Werkstatt des Steinmetzmeisters Helmut Esslinger mit der urspr√ľnglich vorgesehenen Inschrift f√ľr die Pyramide anfertigen lassen, unterst√ľtzt durch Spenden der Kulturstiftung der Sparkasse Karlsruhe und der Familie Rauh.

Wie Salmclub-Pr√§sident Schmitteckert ausdr√ľcklich erw√§hnte, hat sich Vorstandsmitglied Geza Milvich jahrelang um die Pflege und Instandhaltung des Denkmals gek√ľmmert.

Nachdem zuletzt ein Salm-Nachfahre 1961 bei der Einweihung der Salm-Kaserne in Philippsburg zugegen war, gab nun der Sohn, F√ľrst von Salm-Horstmar mit seiner Gattin der Stadt wieder die Ehre, √ľbrigens immer noch anzureden mit "Euer Durchlaucht". In einer Ansprache auf dem Friedhof erz√§hlte der F√ľrst bei der gemeinsamen Enth√ľllung der Tafel an der Pyramide mit B√ľrgermeister Stefan Martus, der ihn in Philippsburg herzlich willkommen gehei√üen hatte, von der Entwicklung seines Hauses und seiner Familie, verwies aber vor allem auf die Perspektiven unserer Zukunft. Dass man dem toten Gegner Salut schoss, sei damals ganz selten gewesen.
"Das war ein guter Anfang zu heute, wo es ein Europa gibt, das zusammenw√§chst", erkl√§rte der F√ľrst und Salm-Nachfahre. Diese Bemerkung war nicht so dahin gesagt. Denn teilgenommen an der halbt√§gigen Feierlichkeit, die am Abend in der Festhalle ihre Fortsetzung fand, hat auch eine sechsk√∂pfige franz√∂sische Delegation in Uniform unter F√ľhrung von Oberst Gilles Weiten von der Gendarmerie Mobile in Stra√üburg.
Der Pr√§sident des Salmclubs, Andre Schmitteckert, der auf dem Friedhof eine umfassende Darstellung der historischen Ereignisse gegeben hatte, war Mitinitiator dieses Besuchs der franz√∂sischen "Kollegen". Alle von ihnen zweisprachig, legitimierten sie in sehr aufgeschlossen gef√ľhrten Gespr√§chen das demonstrierte beiderseitige Bem√ľhen heutiger freundnachbarschaftlicher Gemeinsamkeit.

Mit historisch zeitnahen Musikst√ľcken hatte die Philippsburger Musikschule auf dem Friedhof die Feierstunde begleitet, B√∂llersch√ľsse ert√∂nten vom Sportsch√ľtzenverein. Eine gro√üe Anzahl von Philippsburgern verfolgte das eindrucksvolle Geschehen. Bei einem Empfang im "Einhorn" trug sich der F√ľrst anschlie√üend ins Goldene Buch der Stadt und das des Festungs- und Waffengeschichtlichen Museums ein.

Reeb
Stadtanzeiger 05.04.2007
 

LH

Ansicht von Udenheim aus dem Jahr 1618 entdeckt

Wormser Flugschrift in der Landesbibliothek Halle/Saale beschreibt erste Zerstörung der Festung

Der Aufmerksamkeit und dem Interesse des Philippsburger Verlegers Karl-Peter Hummel ist es zu danken, dass in verschiedenen Ar­chiven wichtige Unterlagen zur Stadtge­schichte festgestellt wurden. Es handelt sich um Stiche, Flugschriften und Beschreibun­gen aus dem 17. Jahrhundert, die hier bisher unbekannt sind.

Einer der mehrseitigen Berichte enth√§lt auf der Titelseite eine Darstellung der Erst√ľr¬≠mung der Udenheimer Stadtmauern und der 1615 begonnenen Festungsanlagen durch die Kurpf√§lzer Nachbarn u.a. Die Szene zeigt im Hintergrund die f√ľrstbisch√∂fliche Resi¬≠denzstadt Udenheim anno 1618, die f√ľnf Jahre sp√§ter in Philippsburg umbenannt wurde.

Diese Rechtfertigungsschrift aus Worms wurde damals u.a. dem Reichstag in Re¬≠gensburg vorgelegt. Nach der verlorenen Schlacht am Wei√üen Berg bei Prag 1620 mussten die protestantischen F√ľrsten hohe Entsch√§digungen zahlen und Philipp von S√∂tern konnte seine Festung noch gr√∂√üer ausbauen als urspr√ľnglich geplant.

Ekkehard Zimmermann

Stadtanzeiger Philippsburg, 15.03.2007
 

Kurpf√§lzer Landsknechte erst√ľrmen die Mauern des f√ľrstbisch√∂flichen Udenheim und zerst√∂ren die Festungsw√§lle
Repro: Hummel/Bubenitschek

Rathaus-Umbauarbeiten legten 43 Geldscheine frei

Mit dem Milliarden-Inflationsgeld hätte man 1923 nur wenig kaufen können

Ein B√ľndel mit Geldscheinen wurde beim Abnehmen eines alten Fu√übodens im Altbau des Rathauses gefunden
Foto: Stadtverwaltung

Zur √úberraschung der Bauarbeiter wurden beim Freilegen von Fu√übodenbrettern im Altbau des Rathauses ein B√ľndel mit Not¬≠geld aus dem Inflationsjahr 1923 gefunden.
Offensichtlich hatte man zu jener Zeit die gebrauchten Scheine zum Bodenausgleich unter die Bohlen gelegt. Beim Nachz√§hlen des Geldes stellten B√ľrgermeister Stefan Martus und Helmut Seelinger vom Bauamt einen Betrag von 2.795 Milliarden Mark fest, f√ľr die damals die Stadtgemeinde "mit ihrem ganzen Verm√∂gen" haftete.
Die "Geldnoten" tragen alle das Datum vom 27. Oktober 1923 und sind grafisch recht ansprechend gestaltet. So findet sich auf der R√ľckseite die Wiedergabe eines Kupferstiches √ľber die Belagerung von 1676 und ein Sinnspruch, der heute noch G√ľltigkeit hat: "Durch Einigkeit wachsen kleine Dinge - Durch Zwietracht zerfallen die gr√∂√üten!"
Wie aus zeitgen√∂ssischen Berichten hervorgeht "galoppierte" damals die Inflation derart rasant, dass man f√ľr einen Laib Brot eine Milliarde Mark bezahlen musste. Der Fund wird nun museal aufbereitet und als Episode √ľber den Um- und Neubau des Rathauses in Erinnerung bleiben.

Ekkehard Zimmermann
Stadtanzeiger Philippsburg 08.03.2007

Schutz im Wartesaal

Am Bahnhof Philippsburg braucht man nicht mehr zu frieren

"Alles neu macht der Mai." Nicht nur er. Auch "Pro Philippsburg ", die Privatinitiative mit ihrer Gr√ľnderin und ersten F√∂rderin Gaby Verhoeven-Jacobsen, steht f√ľr Neues, Erfreuliches, vor allem N√ľtzliches in Philippsburg. Nach den umfangreichen S√§uberungs-, Renovierungs- und Versch√∂nerungsarbeiten im letzten Jahr vor dem Geb√§ude, in der Schalterhalle und im Wartesaal gab es ein Bahnhofsfest, das auch ein Versprechen war: Wir k√ľmmern uns weiter darum, den Reisenden als ersten Ein¬≠druck von Philippsburg einen freundlichen und sauberen Warte- und Schalterraum zu bieten.

Um neuen Schmierereien und Vandalismus k√ľnftig vorzubeugen, wurde inzwischen eine entsprechende 24-Stunden-Video-√úberwachung und -registrierung eingef√ľhrt. Mit gro√üem Dank wurde erw√§hnt, dass sich die Fensterbaufirma Peter Steinel mit einer Spende f√ľr die √úberwachungsma√ünahmen beteiligt hat. Streifen- und Zivilpersonen werden ihr besonderes, auch unauff√§lliges Augenmerk auf die √Ėrtlichkeit richten. Anzeige wird k√ľnftig sofort erstattet. Denn noch einmal m√∂chte man am Bahnhofsschalter nicht das Schild anbringen m√ľssen: "Wegen Vandalismus ist der Wartesaal geschlossen".
Gerade in der kalten Jahreszeit wären die Reisenden wieder die Leidtragenden
.
 

Bei der √úbergabe v.l.n.r.: Beigeordneter Dieter Day, Bahnhofsbetreuer Philippsburg Christian Schwall, Pro Philippsburg-Initiatorin Gaby Verhoeven-Jacobsen, Unterst√ľtzer Ekkehard Zimmermann und G√ľnter D√∂rr, stellvertretender Bahnhofsmanager f√ľr das Gebiet Karlsruhe
 

Beim √úberwachungsdienst
 

An der Neuer√∂ffnung des Wartesaals nahmen jetzt neben der "Pro Philippsburg"-lnitiatorin Gaby Verhoeven-Jacobsen auch Richard Seiert, stellvertretender Bahnhofsmanager f√ľr das Gebiet Karlsruhe, der Bahnbetreuer f√ľr den Bahnhof Philippsburg Christian Schwall, Beigeordneter Dieter Day, Ekkehard Zimmermann und G√ľnter D√∂rr teil.
√úberall am Bahnhof sind im √ľbrigen Warnhinweise angebracht.
Bei Beobachtungen wird gebeten, sofort eine Polizeidienststelle oder Tel. 0721/9381055 anzurufen.

Reeb
Stadtanzeiger Philippsburg, 01.02.2007
 

Letztes Geleit f√ľr Lore Rauh

Eine große Trauergemeinde begleitete auf dem Philippsburger Friedhof Lore Rauh, geborene Diefenbacher, zur letzten Ruhestätte.

Die 86-Jährige, noch bis vor kurzem vielfältig aktiv, war auf mancherlei Weise mit der Philippsburger Stadtgeschichte wie auch dem wirtschaftlichen und kulturellen Leben verbunden.

1920 im Löb'schen Haus in der Söternstraße geboren, stammte sie in 7. Generation aus einer Brauerdynastie.

Gro√üvater Wilhelm Diefenbacher hatte 1910 die seit 1847 bestehende L√∂wenbrauerei in Philippsburg gekauft. Nach dem Tod ihres Mannes Bruno hatte Lore Rauh die Gesch√§ftsf√ľhrung √ľbernommen. Die Verstorbene wie ihre S√∂hne Werner und Die¬≠ter Rauh zeigten sich Philippsburg nicht zuletzt durch zahlrei¬≠che Stiftungen verbunden. Erw√§hnt seien die Glocke der evangelischen Kirche, die Kirchenfiguren von Petrus und Paulus an der katholischen Kirche St. Maria oder das Philippsburger Festungsmodell. Jahrelang war Lore Rauh auch im Verwaltungsrat der Sparkasse t√§tig, Senatorin der KaGe Narhalla und Ehrenmitglied zahlreicher Philippsburger Vereine. An ihrem Grabe sprachen nach der Familie Joachim P√∂schel f√ľr den Freundeskreis, Karl-Heinz Kerner f√ľr die KaGe Narhalla und die heimatlichen Vereine und Manfred Blum f√ľr die Sparkasse Karlsruhe.

Reeb
Stadtanzeiger Philippsburg, 18.01.2007
 

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